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Projektdesign

Psychotherapeuten sichern die Qualität in der Psychotherapie schon seit Jahrzehnten über das Gutachterverfahren, aber auch über Qualitätszirkel, Inter- und Supervisionen sowie Fortbildungen. In dem hier vorgestellten QS Projekt wurde darüber hinaus gehend zusätzlich eine vereinheitlichte elektronische Dokumentation zur Darstellung des Erfolgs psychotherapeutischer Leistungen erprobt.

Nach intensiver Vorarbeit einer Initiativgruppe aus den Reihen niedergelassener PsychotherapeutInnen, entwickelte sich ein Projekt.
Ziel der Pilotstudie war die Entwicklung und Erprobung eines neuen, transparenten und non-punitiven Qualitätssicherungsinstruments. Der Therapieverlauf wurde systematisch  erfasst und durch ein Rückmeldesystem  optimiert. Es sollte gezeigt werden, ob durch die Verwendung eines solchen Verfahrens die Ergebnisqualität, Patientenzufriedenheit und Wirtschaftlichkeit gesteigert werden kann und ob eine flächendeckende Einführung, gegebenenfalls auch nach Anpassung des Dokumentationsumfangs, sinnvoll ist.

Inhalt

Der Kernpunkt der Pilotstudie war die standardisierte Dokumentation durch Psychotherapeuten und Patienten. Hierzu wurde dem Patienten in der Praxis ein mobiles Gerät (Handheld) überreicht, auf dem die für ihn vorbereiteten Fragebögen in elektronischer Form beantwortet wurden. Auch der Psychotherapeut dokumentierte die für ihn vorgesehen Fragebögen elektronisch und verschickte den komplett ausgefüllten Fragebogenkatalog nach dem Zusammenspielen von Patienten- und Therapeutenbögen, an eine unabhängige Datenstelle.

Die Dokumentation erfolgte zu festgelegten Zeitpunkten im laufenden Therapieverlauf, ohne dass die Therapie dadurch gestört wurde.
Der Augenmerk bei der Dokumentation richtete sich hauptsächlich auf soziodemographische Daten, Therapieverfahren, Therapielänge, ICD-10-Diagnose, Symptome, Störungstiefe und Therapieziele, als auch auf die Patientenzufriedenheit in Bezug auf die Beziehung zwischen Therapeut und Patient.

Wärend die Datenstelle nach jeder eingereichten Bogen-Lieferung die Daten auswertete und Praxisübergreifende Gesamtauswertungen zurückschickte (Benchmark), hatte der Psychotherapeut über das eingesetzte IT-System die Möglichkeit, Sofortabfragen über die ausgefüllten Bögen zu erstellen.

Nach Beendigung der Studie wurde die Gruppe der Studienteilnehmer um eine Kontrollgruppe ergänzt, so dass eine Datengrundlage von ca. 80.000 Patienten geschaffen wurde. Sowohl die erhobenen Dokumentationsdaten, als auch ambulante Versorgungsdaten der KVB, sowie stationäre Versorgungsdaten der beteiligten Krankenkassen wurden in anonymer Form an ein auswertendes Institut übermittelt.

 

Datenfluss

Grafik

Details und Zahlen

Zeiträume

  • Dokumentationserhebung: Juni 2007 bis Juni 2009
  • Katamneseerhebung: bis August 2010
  • Wissenschaftliche Auswertungen: bis Ende 2011

Teilnahmeberechtigte Psychotherapeuten

Für die Teilnahme konnten sich alle interessierten Vertragsärzte und -psychotherapeuten aller drei Richtlinienverfahren im Bereich Erwachsenenpsychotherapie (Einzeltherapie) bewerben, die seit mindestens einem Jahr niedergelassen sind und die durchschnittlich mindestens fünf (Psychoanalyse) bzw. mindestens zehn (Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologische Verfahren) Ersatzkassenpatienten pro Quartal im Bereich Erwachsenenpsychotherapie über die letzten vier Quartale hinweg hatten.

Die Teilnehmer mussten über einen Praxis-PC mit dem Betriebssystem Windows 2000 oder XP und über einen Internetzugang verfügen. Insgesamt konnten 200 Psychotherapeuten teilnehmen, geschichtet jeweils nach den drei Therapieverfahren. Aufgrund des großen Interesses musste das Los entscheiden.

Die Therapeuten erhielten zu Beginn ihrer Teilnahme eine Schulung zur ICD-10 Diagnostik und Strukturniveaudiagnostik sowie zur Verwendung und Interpretation der verwendeten Dokumentationsbögen. Außerdem fand im Rahmen von Workshops ein Erfahrungsaustausch zwischen den Therapeuten statt.

Teilnahmeberechtigte Patienten

Im Rahmen der Pilotstudie konnten alle volljährigen Ersatzkassenpatienten in das Programm eingeschrieben werden. Die Teilnahme war grundsätzlich freiwillig. Ziel war eine möglichst vollständige Teilnahme der vdek-Patienten eines Therapeuten.

Während des Studienzeitraums konnten 1.695 Patienten für die Teilnahme gewonnen werden.

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