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KVB-Vorstand: „Kassen vergießen Krokodilstränen“
München, 23. Dezember 2011: Die Einstellung der Dachmarke „Ausgezeichnete Patientenversorgung“ tangiert die medizinische Versorgung der bayerischen Bevölkerung in keiner Form. Darauf wies der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) heute in München hin. Er reagierte damit auf eine aktuelle Presseinformation der Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern, die den Vorwurf erhoben hatten, das Ende der Dachmarke bedeute einen Rückschritt für die medizinische Versorgung. „Fakt ist, dass niemand schlechter versorgt wird, weil das vom früheren Vorstand der KVB gemeinsam mit einigen Krankenkassen im Jahr 2008 aufgelegte Logo der ‚Ausgezeichneten Patientenversorgung’ von uns nicht mehr weitergeführt wird. Die unter der Dachmarke zusammengefassten 18 Maßnahmen bleiben alle wie bislang bestehen und können – wenn die Krankenkassen bereit sind, dafür auch Geld in die Hand zu nehmen – sogar ausgebaut und erweitert werden“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der KVB, Dr. Wolfgang Krombholz.
Die Krankenkassenvorstände führten hier eine Scheindiskussion, so der erste stellvertretende KVB-Vorstandsvorsitzende Dr. Pedro Schmelz: „Auf der einen Seite vergießen sie Krokodilstränen wegen des Endes eines so genannten Qualitätssiegels, sind auf der anderen Seite aber nicht bereit, für die haus- und fachärztliche Basisversorgung der bayerischen Bevölkerung zusätzliche Gelder in die Hand zu nehmen.“ Trotz real immer weiter klaffender Lücken in der ambulanten Versorgung auf Grund fehlenden Nachwuchses und mangelnder wirtschaftlicher Perspektiven wollen die Krankenkassen den niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten im nächsten Jahr eine Nullrunde beim Honorar zumuten. „Wir können uns nicht um die Kür kümmern, solange nicht die Pflicht, dazu gehört beispielsweise die Aufrechterhaltung des Bereitschafts- und Notarztdienstes in Bayern, zufriedenstellend gewährleistet ist. Von einer Urkunde an der Wand haben die Patienten nichts, von leistungsfähigen, kompetenten und motivierten Ärzten und Psychotherapeuten hingegen sehr viel“, erklärte die zweite stellvertretende KVB-Vorstandsvorsitzende Dr. Ilka Enger.
Der Vorstand der KVB hatte im November entschieden, die Dachmarke der „Ausgezeichneten Patientenversorgung“ einzustellen und dies sowohl gegenüber den teilnehmenden Ärzten als auch den Vorständen der Krankenkassen offen kommuniziert. Gründe dafür, die Marke nicht fortzuführen, waren unter anderem die bisherige Ungleichbehandlung vieler Arztgruppen, für die es keine Qualitätsmaßnahmen gibt, und die eingeschränkte Aussagekraft von Qualitätszertifikaten für die haus- und fachärztliche Basisversorgung. Eine ausführlichere Begründung steht auch im Internet unter www.ausgezeichnete-patientenversorgung.de.
KVB-Presseinformation vom 23.12.2011 als PDF-Datei
Kassen vergießen Krokodilstränen
