Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB)Ausdruck vom 03.03.2024 02:42 Uhr

"HYBRID-DRG"

Spezielle sektorengleiche Vergütung

Mit der bundesweiten Einführung der speziellen sektorengleichen Vergütung sollen ambulant durchführbare Operationen gefördert und Krankenhausstrukturen entlastet werden. Für eine Auswahl von Leistungen, die bislang überwiegend stationär durchgeführt werden, erfolgt eine spezielle sektorengleiche Vergütung.

Die Leistungen werden über eine Fallpauschale, sogenannte Hybrid-DRG, vergütet – unabhängig davon, ob sie ambulant oder stationär erbracht werden. Die Fallpauschale umfasst alle im Rahmen eines Falles erbrachten Leistungen aller am Eingriff beteiligter Ärzte (inkl. Sachkosten). Die entsprechenden Leistungen wurden aus dem Katalog ambulant durchführbarer Operationen, sonstiger stationsersetzender Eingriffe und stationsersetzender Behandlungen gemäß § 115b SGB V im Krankenhaus (AOP-Katalog) ausgewählt.

Am 1. Januar 2024 ist dazu die "Verordnung zu einer speziellen sektorengleichen Vergütung (HYBRID-DRG-V)" in Kraft getreten.

Aktueller Stand

Die Verordnung des BMG sieht einen Startkatalog zum 1. Januar 2024 vor, in dem 244 OPS-Codes definiert sind, die auf folgende fünf Leistungsbereiche aufgeteilt werden:

  • Bestimmte Hernieneingriffe  
  • Entfernung von Harnleitersteinen
  • Ovariektomien
  • Arthrodesen der Zehengelenke
  • Exzision eines Sinus pilonidalis

Die anhand der OPS-Codes definierten Leistungen werden mit einer Hybrid-DRG vergütet. Die Verordnung des BMG umfasst zwölf Hybrid-DRG, die ab 1. Januar 2024 angesetzt werden sollen und deren Höhe der Vergütung definiert ist (Anlage 2 der Verordnung des BMG).

 

Bitte beachten Sie auch die KVB-Serviceschreiben vom 19. Dezember 2023 und 20. Februar 2024 in Ihrem Nachrichtencenter in "Meine KVB".

Abrechnung

Für die Abrechnung von Hybrid-DRG ist voraussichtlich der Einsatz einer sogenannten Gruppierungssoftware ("DRG-Grouper") erforderlich, die bisher bei der Krankenhausabrechnung angewandt wird. Aktuell liegen uns keine Vorgaben zur technischen Umsetzung der Gruppierungssoftware vor.

Abrechnung über die KVB

Die Verordnung des BMG beinhaltet noch keine detaillierten Vorgaben zur technischen Umsetzung der Abrechnung von Hybrid-DRG. Es bleibt abzuwarten, welche Abrechnungsvorgaben durch den GKV-Spitzenverband vorgelegt werden.

Die KVB plant, die Abrechnung der Hybrid-DRGs als kompetenter und verlässlicher Servicepartner anzubieten. Sobald die Details zur Abrechnung finalisiert und veröffentlicht wurden, wird eine Abrechnung dieser Leistungen über die KVB unmittelbar möglich sein.

Bei Fragen zur speziellen sektorengleichen Vergütung

zusatzvertraege(at)kvb.de

Mitgliederportal "Meine KVB"

Über das KVB-Mitgliederportal können Sie in Ihrer Praxis und von außerhalb verschiedene Online-Services der KVB nutzen.