Mitgliederberatung

Dienststellen/Standorte

Vermittlungsbörsen

KVB-Börse

Online-Service für die Vermittlung von Praxen und Stellen in Bayern


Bereitschaftsdienst

Vertretervermittlung

Diensttauschbörse (DPP)

Starterpaket/Grundwissen

Informationen, rechtliche Grundlagen und Antragsformulare, die für den Neubeginn bzw. eine veränderte Praxistätigkeit benötigt werden

Starterpaket

Bereitschaftsdienst (116117)

Den Ärztlichen Bereitschaftsdienst erreichen Sie kostenfrei unter

116117

Der Ärztliche Bereitschaftsdienst in Ihrer Region

Bereitschaftspraxen

Patienten-Terminservice

Patienten-Infoline

Hilfe bei der Suche nach Haus- und Fachärzten mit der KVB-Arztsuche

Mo-Fr: 12:00-15:00 Uhr

Kontaktdaten

Patienten-"Infekt"-Service

Arzt-/Psychotherapeutensuche

Weiterbilder*innen und Ärzt*innen in Weiterbildung im Interview

"Weg in die Niederlassung erleichtern"

Interview mit Dr. med. Ronny Jung, Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin in Roth, und seiner Ärztin in Weiterbildung Eva Nees.

Herr Dr. Jung, warum haben Sie sich entschlossen, selbst als Weiterbilder aktiv zu werden?

Im Wesentlichen waren es zwei Beweggründe: Als Funktionär im Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. (Bundesvorstand seit 2019) ist mir die Situation der niedergelassenen Kolleg*innen bestens bekannt. Die Zahl der Einzelpraxen ist rückläufig, favorisiert werden Gemeinschaftspraxen und Teilzeitmodelle. Bis zu 85 Prozent meiner Kolleg*innen sind Frauen, von denen sich zwar zirka 70 Prozent eine Tätigkeit in der Praxis vorstellen können – dies aber dann in Teilzeit und ohne wirtschaftliche Verantwortung.

Es macht also Sinn, jungen Ärzt*innen in Weiterbildung bereits während dieser Phase die Tätigkeit in einer Praxis zu vermitteln, um ihnen später den Sprung in die Niederlassung zu erleichtern. Dies auch vor dem Hintergrund, die Zukunft der ambulanten pädiatrischen Versorgung flächendeckend zu sichern.

Der zweite Aspekt sind die inhaltlichen Themen der Weiterbildung: Wie in einer Studie der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin 2011 dargestellt, widmen sich die niedergelassenen Kinder- und Jugendärzt*innen größtenteils der Prävention, also Vorsorge und Impfungen, der Akutsprechstunde und der Versorgung chronisch kranker Kinder und Jugendlicher.

Aber auch Themenfelder wie neue Morbiditäten – ADHS, Verhaltensstörungen, Adipositas, Essstörungen, arterielle Hypertonie, etc. – die Sozialraumvernetzung (Zusammenarbeit mit Jugendämtern, Frühförderstellen, frühen Hilfen, Kindergärten, Schulen etc.), sowie Aspekte der Praxisführung und Qualitätsmanagement können im Rahmen einer rein klinischen Weiterbildung nicht ausreichend vermittelt werden. Hierzu müssen AiW zwangsläufig einen Teil der Weiterbildung in der Praxis (ambulante Pädiatrie) absolvieren.

Worin sehen Sie für Ihre Praxis die Vorteile?

Den Vorteil sehe ich zum einem in der Bereicherung des Alltags. Weiterbildung macht Spaß, der Austausch mit jungen Kolleg*innen führt auch zum Hinterfragen eigener Vorgehensweisen. Regelmäßige Feedbackgespräche reflektieren die eigene Sicht. Neben der reinen Weiterbildungszeit in der Praxis nehmen AiW auch an der Patientenversorgung teil. Je nach Fortschritt in der kompetenzbasierten Weiterbildung können sie auch zunehmend eigene Patienten betreuen und nach einer Zeit auch eine Entlastung darstellen.

Bisher haben alle AiW in meiner Praxis das Angebot erhalten, nach der Weiterbildungszeit und erfolgreicher Facharztprüfung in der Praxis beschäftigt zu bleiben. Meine erste ÄiW ist nun meine fachärztliche Kollegin in der Praxis.

"Meine Erwartungen, wie ambulant gearbeitet wird, wurden in der Praxis übertroffen. Die Arbeit ist grundsätzlich sehr strukturiert und auch der enge Kontakt zu den Patienten ist wirklich toll. Man begleitet sie sehr eng.

Ich bin seit über einem Jahr in der Kinder- und Jugendarztpraxis von Dr. med. Ronny Jung und es ist schön zu sehen, wie die Kinder größer werden und wie man sie und ihre Familien ein Stück weit begleiten kann. Dass man diese Entwicklung beobachten und auch ein wenig hinter die Kulissen schauen kann, gefällt mir einfach sehr gut.

Ich würde anderen Ärzten in Weiterbildung meine Fachrichtung ebenfalls empfehlen, weil es mit Kindern ein schönes und ehrliches Arbeiten ist. Das Fachgebiet ist unglaublich breit, man kooperiert mit anderen medizinischen Fachrichtungen und verliert so nie die Inhalte aus anderen Bereichen aus den Augen.

Da mir die Arbeit und das Aufgabengebiet in der ambulanten Pädiatrie also sehr gut gefallen, kann ich mir – Stand heute – durchaus eine spätere Tätigkeit in einer Kinder- und Jugendarztpraxis vorstellen.

Nachdem ich aber im Laufe meiner Facharztweiterbildung in Zukunft auch noch einige andere Aspekte der klinischen Tätigkeit sehen werde, unter anderem das Arbeiten auf einer Kinderintensivstation, und mir generell die Kliniktätigkeit auch Freude bereitet hat, kann ich mich aktuell noch nicht festlegen, wo ich später tatsächlich landen werde. Aber das ist ja auch das Schöne an diesem Beruf: Man hat viele Optionen."

Eva Nees, Ärztin in Weiterbildung in der Praxis von Dr. med. Ronny Jung in Roth

Wo liegen für Sie die Besonderheiten im fachärztlichen Weiterbildungsbereich?

Die Pädiatrie ist die Innere Medizin von Kindern und Jugendlichen. Viele Besonderheiten der Kinder und Jugendlichen aller Altersgruppen sind zu beachten. Im Rahmen der ambulanten Weiterbildung kann auf die Aspekte der Niederlassung besonders hingewiesen werden.

Welche Vorteile bietet die Weiterbildung in einem Verbund für Sie und Ihre Weiterbildungsassistent*innen?

Die Besonderheiten im fachärztlichen Weiterbildungsbereich sehe ich neben den Inhalten der (Muster-)Weiterbildungsordnung in der engen Verzahnung und Zusammenarbeit mit den Kinderkliniken der Region. Alle vier Kinderkliniken der Metropolregion sind Partner der Ausbildungspraxen im Weiterbildungsverbund Pädiatrie Mittelfranken. Lerninhalte können optimal aufeinander abgestimmt werden. Verbundkoordinatoren betreuen das Rotationsmodell. Es findet ein regelmäßiger Austausch mit den Klinikchefs statt. Es werden Workshops und Train-the-Trainer-Seminare angeboten. Die enge Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle Allgemeinmedizin und der Koordinierungsstelle fachärztliche Weiterbildung sei hier schließlich auch erwähnt.

Welche Tipps können Sie interessierten Kolleg*innen für die Gründung/den Eintritt in einen Verbund mit auf den Weg geben?

Sie sollten vom Konzept der Verbundweiterbildung überzeugt sein. Die neue (Muster-)Weiterbildungsordnung ebnet den Weg. Ohne ambulante Weiterbildung wird es künftig keine niedergelassenen Kinder- und Jugendärzte mehr geben. Interessierte Kolleg*innen sollten proaktiv auf die Kinderkliniken zugehen und Sondierungsgespräche führen. Gerne stellen wir unsere Expertise für eine Gründung zur Verfügung.