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GBA-Richtlinie (ASV)

Pulmonale Hypertonie

Patienten mit Pulmonaler Hypertonie können nach bestimmten Vorgaben ambulant spezialfachärztlich in Kliniken und Praxen versorgt werden. Die entsprechenden Leistungen können seit Inkrafttreten des Beschlusses – erfolgte am 31. Mai 2016 – zu Lasten der GKV erbracht werden.

Wesentliche Inhalte der Anlage

Konkretisierung der Erkrankung

Die Konkretisierung umfasst die Diagnostik und Behandlung von Patienten mit Pulmonaler Hypertonie. Zur Gruppe der Patienten mit Pulmonaler Hypertonie im Sinne der Richtlinie zählen Patienten mit folgenden Erkrankungen:

  • I27.0 Primäre Pulmonale Hypertonie
  • I27.2- Sonstige näher bezeichnete sekundäre Pulmonale Hypertonie
  • P29.3 Persistierender Fetalkreislauf

entsprechend der Nizza-Klassifikation

  • Pulmonale Hypertonie der Klassen 1, 1‘ oder 1‘‘ der Nizza-Klassifikation
  • Pulmonale Hypertonie der Klasse 4 der Nizza-Klassifikation
  • Pulmonale Hypertonie der Klasse 3.2 der Nizza-Klassifikation, die sich bereits im Kindesalter entwickelt hat
  • Pulmonale Hypertonie der Klassen 5.1 oder 5.3 der Nizza-Klassifikation
  • Pulmonale Hypertonie der Klassen 2, 3 (ohne 3.2, die sich bereits im Kindesalter entwickelt hat), 5.2 oder 5.4 der Nizza-Klassifikation mit einem deutlich über den üblichen Schweregrad hinausgehenden Krankheitsverlauf

Teamzusammensetzung und Fachgruppen

Für die Indikation Pulmonale Hypertonie soll sich das Kernteam aus folgenden Fachrichtungen zusammensetzen:

  • Innere Medizin und Kardiologie oder
  • Innere Medizin und Pneumologie

Sofern Kinder und Jugendliche behandelt werden auch:

  • Kinder- und Jugendmedizin mit Schwerpunkt Kinder-Kardiologie oder
  • Kinder- und Jugendmedizin mit Zusatzweiterbildung Kinder-Pneumologie

Falls kein Facharzt für Kinder-und Jugendmedizin mit der genannten Schwerpunktbezeichnung oder Zusatzweiterbildungen verfügbar ist, ist ein Facharzt für Kinder-und Jugendmedizin zu benennen.

Die Teamleitung kann von allen für das Kernteam zugelassenen Fachrichtungen übernommen werden, außer dem Kinder- und Jugendmediziner ohne Schwerpunktbezeichnung oder Zusatzweiterbildung.

Folgende Fachärzte sind bei medizinischer Notwendigkeit zeitnah hinzuzuziehen:

  • Humangenetik
  • Innere Medizin und Gastroenterologie
  • Innere Medizin und Rheumatologie
  • Laboratoriumsmedizin
  • Nuklearmedizin
  • Psychiatrie und Psychotherapie oder Psychosomatische Medizin und
  • Psychotherapie oder Psychologische oder ärztliche Psychotherapie
  • Radiologie

Sofern Kinder und Jugendliche behandelt werden, können zusätzlich folgende Fachärzte als Teammitglieder benannt werden:

  • Kinder- und Jugendmedizin mit Zusatzweiterbildung Kinder-Gastroenterologie
  • Kinder- und Jugendmedizin mit Zusatzweiterbildung Kinder-Rheumatologie
  • Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie und -psychotherapie
  • Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut

Sächliche und organisatorische Anforderungen

Das ASV-Team ist unter anderem verpflichtet, mit sozialen Diensten sowie einem Transplantationszentrum zusammenzuarbeiten. Organisatorisch ist ferner die 24-Stunden-Notfallversorgung, Notfallpläne sowie die Möglichkeit einer intensivmedizinischen Behandlung geregelt.

Behandlungsumfang

Der G-BA hat den Behandlungsumfang für Patienten mit Pulmonaler Hypertonie in der ASV ganz konkret definiert – die zugelassenen Leistungen für Diagnostik, Behandlung und Beratung können im Detail in der Anlage zur Richtlinie nachgelesen werden. Der Appendix zur Anlage Pulmonale Hypertonie enthält darüber hinaus konkrete Gebührenordnungspositionen je Fachgruppe, die im Rahmen der ASV abgerechnet werden können.

Mindestmengen

Das Kernteam muss mindestens 50 Patienten der konkretisierten ASV-Indikationsgruppe mit Verdachts- oder gesicherter Diagnose pro Jahr behandeln. Für die Berechnung der Mindestmenge ist die Summe aller Patienten in den jeweiligen zurückliegenden vier Quartalen  maßgeblich, die zu der in der Konkretisierung näher bezeichneten Erkrankung zu rechnen sind und von den Mitgliedern des Kernteams im Rahmen der ambulanten oder stationären Versorgung, der integrierten Versorgung nach § 140a SGB V oder einer sonstigen, auch privat finanzierten Versorgungsform behandelt wurden.

In den zurückliegenden vier Quartalen  vor Anzeige der Leistungserbringung beim erweiterten Landesausschuss muss das Kernteam mindestens 50 Prozent der oben genannten Anzahl von Patienten behandelt haben. Die Mindestbehandlungszahlen können im ersten Jahr der ASV-Berechtigung höchstens um 50 Prozent unterschritten werden.

Dokumentation

Für die Dokumentation der Diagnostik und Behandlung von Patienten mit Pulmonaler Hypertonie ist die Diagnose nach ICD-10-GM inklusive des Kennzeichens zur Diagnosesicherheit zu dokumentieren.

Überweisungserfordernis

Es besteht ein Überweisungserfordernis durch den behandelnden Vertragsarzt. Für Patienten aus dem stationären Bereich des ASV-berechtigten Krankenhauses oder für Patienten von im jeweiligen Indikationsgebiet tätigen vertragsärztlichen ASV-Berechtigten in sein ASV-Team besteht kein Überweisungserfordernis. Die Überweisung kann auch aufgrund einer Verdachtsdiagnose erfolgen.

Anzeigeverfahren

zur Teilnahme an der ASV
Pulmonale Hypertonie

Teilnahmebedingungen und Anzeigeformular

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Der Zugang zum Mitgliederportal ist über KV-Ident Plus, KV-SafeNet oder die Telematikinfrastruktur (TI) möglich.

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