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Hygiene und Medizinprodukte

Flächenhygiene

In der Praxis sollte es selbstverständlich sein, dass die Reinigung und Desinfektion von Flächen hygienisch einwandfrei durchgeführt wird. Die Flächenhygiene dient der Sauberkeit und der Infektionsprävention bei Patienten und Praxispersonal.

Die Räume und Flächen im Patientenumfeld müssen in einem ansprechenden Zustand sowie frei von Verunreinigungen und Staub sein. Dabei ist den Bereichen einer Praxis unterschiedliche Aufmerksamkeithinsichtlich der Hygiene zu widmen.

Flächen, die mit Haut (insbesondere Hände) und Schleimhaut von Patienten und Personal in Berührung kommen oder durch Sekrete/Exkrete verunreinigt werden, tragen ein besonders hohes Infektionsrisiko und müssen entsprechend gereinigt beziehungsweise desinfiziert werden.

Die Gegebenheiten vor Ort und die daraus resultierende Bewertung des Infektionsrisikos bilden die Basis für die Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen. Die Reinigungs- und Desinfektionsintervalle für alle Flächen sind in Abhängigkeit vom Risiko gemäß Bayerische MedHygV und TRBA 250 im Hygieneplan beziehungsweise Reinigungs- und Desinfektionsplan (als Teil des Hygieneplans) verbindlich festzulegen.

Das Personal (inklusive Reinigungspersonal) ist gemäß dem praxisinternen Hygieneplan jährlich in der Durchführung der Reinigungs- und Desinfektionsmittelverfahren zu unterweisen. Die Unterweisung ist schriftlich zu dokumentieren.

Reinigung und Desinfektion (Definition)

Bei der Reinigung werden Verschmutzungen und Staub unter Verwendung von Wasser und einem Reinigungsmittel entfernt, ohne jedoch Krankheitserreger abzutöten oder zu inaktivieren.

Bei der Desinfektion hingegen werden Krankheitserreger mittels Desinfektionsmittellösung abgetötet oder inaktiviert, so dass vom desinfizierten Bereich keine Infektionsgefährdung mehr ausgehen kann.

Flächenreinigung

Eine Reinigung erfolgt auf Flächen ohne häufigen Hand- oder Hautkontakt. Die Intervalle für die Reinigung dieser Flächen wird in Abhängigkeit vom Infektionsrisiko festgelegt und im Hygieneplan/Reinigungs- und Desinfektionsplan verbindlich vorgeschrieben. Grundlegendes Ziel der Organisation eines Reinigungsverfahrens muss es sein, eine Keimverbreitung zu vermeiden.

Flächen und Bereiche in der Praxis ohne Infektionsrisiko

  • Fußböden in Fluren, reine Sprechzimmer (ohne Patientenbehandlung), Büros, Sozialräume, Schulungsräume oder Treppenhäuser
  • Fensterbretter
  • Allgemeine Regale/Ablagen
  • Lampen
  • Heizkörper

Bei der Flächenreinigung zu beachten

  • Kontamination der Reinigungstücher/Wischbezüge in der Reinigungslösung verhindern, indem das Wiedereintauchen der benutzen Tücher vermieden wird (Bezugswechselverfahren oder Einmaltücher verwenden)
  • Reinigungstücher und Wischbezüge desinfizierend waschen (60°C und Desinfektionswaschmittel) und umgehend trocknen (bevorzugt im Trockner)
  • Putzeimer und andere Reinigungsbehältnisse nach der Reinigung ebenfalls gründlich reinigen

Infoblatt "Reinigung von Flächen in der Arztpraxis"

Trockenreinigung

Für die Trockenreinigung sollten ausschließlich staubbindende Reinigungsverfahren angewendet werden. Besen, Staublappen etc. sind nicht geeignet, da durch ihre Anwendung mit dem Staub Keime aufgewirbelt werden. Ist im Einzelfall die Anwendung staubbindender Reinigungsverfahren nicht möglich, muss vor der Reinigung desinfiziert werden.

In der Praxis ist der Gebrauch eines handelsüblichen Staubsaugers ausreichend, beispielsweise bei Teppichböden oder Bodenmatten. Die Verwendung von Bodenmatten im Durchgang zu hygienisch sensiblen Bereichen bietet keine hygienischen Vorteile, sondern kann die Arbeitssicherheit durch ein erhöhtes Sturz- und Verletzungsrisiko beeinträchtigen. Eine Nutzung von Bodenmatten ist daher nicht zweckmäßig.

Feuchtreinigung

Die Feuchtreinigung wird mit angefeuchteten, aber nicht tropfnassen Wischern aus Baumwolle oder synthetischen Fasern durchgeführt. Auch Gazetücher und Einmal-Feuchtwischtücher finden Verwendung. Diese Reinigungsmethode hat viele Vorteile wie einfache Handhabung, große Flächenleistung und geringe Sachkosten. Letzteres gilt vor allem bei der Verwendung von Einmaltüchern.

Wird dabei ein Desinfektionsmittel angewendet, bleibt der erzielte Keimtötungseffekt wegen der geringen Wirkstoffmenge und wegen des raschen Auftrocknens der Oberfläche eingeschränkt. Da bei dieser Methode grobe Verschmutzungen nur unzureichend entfernt werden, sollte sie nur in Bereichen mit geringer Verschmutzung Anwendung finden.

Nassreinigung

Die Nassreinigung wird dort angewendet, wo stärkere Verschmutzungen auftreten. Dazu wird die Reinigungslösung mit einem Lappen oder Mop auf die Oberflächen aufgetragen. Die Reinhaltung der Lappen (Wischer, Mop) und der Reinigungslösung ist dabei besonders zu beachten und soll durch die Anwendung von geeigneten Verfahren gewährleistet werden.

Ein empfohlenes Prinzip besteht darin, dass mit einem Reinigungsbehälter und einer Vielzahl von frisch gewaschenen Lappen, Fransenbezügen oder Pads gearbeitet wird. Für jeden Raum wird ein eigenes Behältnis mit Reinigungslösung und Lappen vorbereitet. Der Lappen wird nur einmal in die Reinigungslösung eingetaucht, für eine begrenzte Fläche verwendet und dann gesammelt, um nach Arbeitsende desinfiziert zu werden.

Die verbreitete Reinigungslösung wird mit einem zweiten frischen und trockenen Tuch wieder aufgenommen. So werden nur reine, nicht kontaminierte Lösungen und saubere Textilien verwendet. Für große Flächen oder eine Vielzahl an Räumen können alternativ in einem großen Behälter gleich mehrere frische Mops oder Tücher in Reinigungslösung eingelegt werden (Wechselbezugsverfahren).

Flächendesinfektion

Eine Flächendesinfektion hat zum Ziel, eine Flächen/Gegenstand/Bereich in einen Zustand zu versetzen, dass von ihm keine Gefahr einer Infektion mehr ausgehen kann. Dabei unterscheidet man zwischen routinemäßiger und gezielter Desinfektion. Routinemäßige Desinfektion erfolgt auf Flächen, von denen auch ohne sichtbare Verschmutzung vermutet oder angenommen wird, dass sie mit Krankheitserregern kontaminiert sind. Die gezielte Desinfektion hingegen erfolgt nur bei erkennbarer Kontamination, der Schlussdesinfektion, in einer Ausbruchssituation oder beim Auftreten spezieller Krankheitserreger, die eine Desinfektion notwendig machen.

Zu desinfizierende Flächen

  • Medizinische Geräte (zum Beispiel US-Monitore und Tastaturen, Außenflächen mit häufigem Haut- und Handkontakt, Infusionsständer, EKG-Gerät, Kabel,…)
  • Stühle für die Blutentnahme
  • Arbeitsflächen von Verbandswagen
  • Arbeitsflächen für die Zubereitung von Infusionslösungen, Spritzen, etc.
  • Flächen für die Aufbereitung von Medizinprodukten

Für eine ausreichende Desinfektionswirkung muss genügend Wirkstoff auf die Fläche aufgebracht werden. Die Wischdesinfektion benetzt die Fläche ausreichend, lediglich nebelfeuchtes Wischen oder Feuchtreinigen hat keine ausreichende Wirkung.

Sichtbare Verschmutzungen sollten zuerst mit Zellstoff aufgenommen werden. Danach wird die Fläche mit Desinfektionsmittel vollständig benetzt. Bei der Flächendesinfektion ist es wichtig, dass das Desinfektionsmittel auf die Fläche gebracht wird und mechanisch in Form von Wischen verteilt wird.

Der mechanische Effekt spielt für den Desinfektionserfolg eine entscheidende Rolle. Durch den dabei entstehenden Druck können mögliche Infektionserreger aufgebrochen werden und die Einwirkung des Desinfektionsmittels dadurch deutlich erleichtern. Flächen, welche bereits mit Desinfektionsmittel benetzt wurden, dürfen nicht nachgetrocknet werden.

Für eine erfolgreiche Desinfektion ist es notwendig, die vom Hersteller vorgegebene Konzentration und Einwirkzeit einzuhalten. Angesetzte Desinfektionsmittellösungen müssen arbeitstäglich gewechselt werden.

Möglichkeiten der Flächendesinfektion

  • Angesetzte Desinfektionsmittellösung (Entnahme möglichst mit Einmallappen, diesen anschließend entsorgen)
  • Desinfektionsmittel-Tuchspender
  • Fertige Desinfektionsmittel-Dosierflaschen (Desinfektionsmittellösung auf ein Einmaltuch gießen, Flächen vollständig benetzen, Einwirkzeit beachten, Flächen nicht trocken reiben, Einmaltuch entsorgen)

Hinweis zur Sprühdesinfektion (KRINKO-Empfehlung)

"Eine Sprühdesinfektion gefährdet den Durchführenden und erreicht nur eine unzuverlässige Wirkung. Sie sollte daher ausschließlich auf solche Bereiche beschränkt werden, die durch eine Wischdesinfektion nicht erreichbar sind."

Desinfektionsmittel

Flächendesinfektionsmittel müssen ein umfassendes Wirkungsspektrum in Bezug auf die häufigsten nosokomialen Erreger haben. Es gibt Präparate auf Alkohol-, Aldehydbasis, quaternären Verbindungen oder Peroxidverbindungen.

Welches Präparat zum Einsatz kommt, hängt von der Beschaffenheit der zu desinfizierenden Oberfläche und der Keimbelastung ab. Alkoholische Präparate dürfen nur auf kleinen Flächen eingesetzt werden (Explosionsgefahr).

Bei der Auswahl eines Desinfektionsmittels ist darauf zu achten, dass dieses bereits nach einer kurzen Einwirkzeit seine volle Wirksamkeit erzielt und es nicht zu unnötigen Wartezeiten kommt. Die Fläche kann erst wieder verwendet werden, sobald die Fläche sichtbar trocken ist.

"Für routinemäßige Desinfektionsmaßnahmen in humanmedizinischen Bereichen wird von der Desinfektionsmittel-Kommission der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie eine Liste bzw. ein Zertifikat für nach den Richtlinien der DGHM für die Prüfung und Bewertung chemischer Desinfektionsverfahren geprüften und als wirksam befundenen Desinfektionsverfahren herausgegeben" (KRINKO-Empfehlung)

Desinfektionsmittelliste der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie beim Verbund für Angewandte Hygiene e.V. (VAH)

Bei einer behördlich angeordneten Desinfektion gemäß dem IfSG müssen Desinfektionsmittel und -verfahren aus der Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren verwendet werden.

Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren

Beide Angaben zur Listung des Desinfektionsmittels finden Sie direkt beim Hersteller beziehungsweise auf der Verpackung des Desinfektionsmittels.

 

 

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