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Hygiene und Medizinprodukte

Händehygiene

Die Personalhygiene ist eine der wichtigsten Maßnahmen bei der Vermeidung nosokomialer Infektionen. Sie umfasst unter anderem die Händehygiene mit der (chirurgischen) Händedesinfektion, Händewäsche, Hautschutz und Hautpflege sowie dem Tragen von Schutzhandschuhen.

Krankheitserreger werden am häufigsten über die Hände übertragen. Aus diesem Grund ist die Händehygiene die wichtigste präventive Maßnahme nosokomialer Infektionen in der Praxis.

Die Händehygiene umfasst folgende Maßnahmen:

  • Händewaschen (Händereinigung)
  • Hygienische Händedesinfektion
  • ggf. chirurgische Händedesinfektion
  • Hautschutz und Hautpflege
  • Tragen von Schutzhandschuhen

Grundlagen für die Händehygiene bilden die TRBA 250 - Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege, die KRINKO-Empfehlung "Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens" sowie die AWMF-Leitlinie "Händedesinfektion und Händehygiene".

Fingernägel, Ringe und Schmuck

Die Praxis ist mit sauberen Händen und Fingernägeln zu betreten und bei erneuter Verschmutzung zu reinigen. Fingernägel müssen kurzgeschnitten sein und mit den Fingerkuppen abschließen.

Alle Praxismitarbeiter, die eine hygienische Händedesinfektion durchführen, müssen Folgendes berücksichtigen (KRINKO- Empfehlung Händehygiene):

  • kurzgeschnittene Fingernägel, die mit der Fingerkuppe abschließen
  • kein Nagellack und gegelte oder künstliche Fingernägel
  • keine Ringe, Armbänder, Freundschaftsbänder, Armbanduhren oder Piercings

Ausstattung Handwaschplatz

Gemäß TRBA 250 und KRINKO-Empfehlung muss der Handwaschplatz leicht erreichbar sein (in Räumen oder in der Nähe von Räumen, in denen diagnostische oder invasive Maßnahmen stattfinden/vorbereitet werden und in unreinen Arbeitsbereichen) und folgende Ausstattung haben:

  • fließend warmes und kaltes Wasser
  • handbedienungsfreier Spender für Waschlotion
  • Handbedienungsfreier Spender für Händedesinfektionsmittel
  • Spender für Einmalhandtücher und Papierkorb für gebrauchte Handtücher
  • Hautpflegemittel/Hautschutzmittel

Darüber hinaus gelten bei Neubauten bzw. wesentlicher Umgestaltung des Handwaschplatzes folgende Anforderungen:

  • Armaturen, die ohne Handberührung bedienbar sind (Einhebelmischbatterien mit verlängertem Hebel oder selbstschließende Waschtischarmaturen)
  • ein ausreichend groß dimensioniertes, tief ausgeformtes Handwaschbecken ohne Überlauf

Richtiges Händewaschen

Häufiges Händewaschen schädigt die Haut, so dass ihre Schutzfunktion verloren geht. Aus diesem Grund ist das Waschen der Hände in der Praxis auf wenige Indikationen beschränkt:

  • vor Arbeitsbeginn
  • nach Arbeitsbeginn
  • nach dem Toilettengang
  • nach sichtbarer Verschmutzung

Das Händewaschen erfolgt unter fließendem Wasser. Die Hände vollständig mit der Waschlotion aus dem Direktspender (keine Stückseife oder Flüssigseife im Wegwerfspender) einschließlich Fingerkuppen und -zwischenräume einreiben, unter fließendem Wasser abwaschen und die Hände sorgfältig mit einem Einmalhandtuch abtrocknen.

Waschlotion-Spender

Bei Waschlotionen (Seifen) wird dringend empfohlen, Einmalgebinde zu verwenden, da nach einem Hautkontakt mit dem Spender die Hände nicht zwangsläufig desinfiziert werden und die Besiedelung daher kritische einzuschätzen ist als bei Händedesinfektionsmittelspendern.

Für Waschlotionenspender gelten folgende Schritte für die manuelle Aufbereitung (siehe KRINKO-Empfehlung):

  1. das Steigrohr mit einem Einmaltuch abwischen
  2. Reinigung der Dosierpumpe unter fließendem heißen Wasser
  3. trocknen
  4. Reinigung des Spendergehäuses unter fließendem heißen Wasser
  5. trocknen
  6. Wischdesinfektion von Spendergehäuse, Rückwand und Dosierpumpe
  7. Zusammensetzen des Spenders und wiederholtes Durchpumpen mit Desinfektionsmittel

Wichtiger Hinweis: Bitte beachten Sie die Herstellerangaben zur Aufbereitung des Spenders.

Hände desinfizieren

Gemäß der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) müssen die Hände bei folgenden Indikationen im ambulanten Bereich hygienisch desinfiziert werden:

  • vor Patientenkontakt (z.B. vor intensivem Hautkontakt, vor Verbandswechsel, zwischen zwei Patienten)
  • vor aseptischen Tätigkeiten (z.B. vor Injektionen, vor Anlegen von Kathetern oder Infusionen, vor der Zubereitung i.m. oder s.c. zu verabreichenden Medikamenten oder Infusionslösungen)
  • nach Kontakt mit potentiell infektiösem Material (z.B. Schleimhaut, Wunden, Hautläsion, Körperflüssigkeiten, Sekreten oder Exkreten)
  • nach Patientenkontakt (z.B. nach intensivem Hautkontakt, nach Verbandswechsel, zwischen zwei Patienten)
  • nach dem Ablegen unsteriler/steriler Handschuhe

Händedesinfektionsmittel

Vorzugsweise sind in der Praxis Händedesinfektionsmittel für die hygienische Händedesinfektion auf der Basis von Alkoholen zu verwenden. Es dürfen nur Produkte mit nachgewiesener Wirksamkeit verwendet werden, das heißt, dass das Händedesinfektionsmittel in der VAH-Liste (Verbund für angewandte Hygiene e.V.) aufgeführt ist. Die Information darüber finden sich auf dem Produkt selbst oder auf dem Produktdatenblatt.

Bei einer vermutlichen oder wahrscheinlichen Kontamination mit Viren (Versorgung von Patienten mit Viruserkrankung bzw. Umgang mit virushaltigem Material) muss ein gegen die Viren entsprechendes Produkt angewendet werden:

  • begrenzt viruzid (wirksam gegen behüllte Viren)
  • begrenzt viruid plus (wirksam gegen Adeno-, Noro- und Rotaviren)
  • viruzid (wirksam gegen behüllte und unbehüllte Viren)

Hinweise zur Viruswirksamkeit finden sich in der VAH-Liste oder auf dem Produkt.

Bei behördlich angeordneten Desinfektionsmaßnahmen müssen zwingend Mittel und Verfahren aus der "Liste der geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren" des Robert Koch-Instituts verwendet werden.

zur RKI-Liste


Haut- und Händedesinfektionsmittel sind im Sinne des Arzneimittelgesetzes Arzneimittel und unterliegen einer Zulassung durch die zuständige Behörde. Gemäß dem Arzneimittelgesetz ist das Umfüllen und Kennzeichnen von Desinfektionsmittel aus Großgebinden in kleinere Behältnisse als Herstellung anzusehen.

In Arztpraxen ist eine Herstellererfordernis jedoch nicht erforderlich, da weder gewerbs- noch berufsmäßig hergestellt werden. Allerdings muss das Umfüllen der zuständigen Aufsichtsbehörde angezeigt werden. Gleichzeitig geht die Produkthaftung des Herstellers auf die Praxisinhaber über.

Folgende Bedingungen müssen beimUmfüllen von Desinfektionsmittel eingehalten werden (KRINKO-Empfehlung Händedesinfektion):

  • Reinigung und Sterilisation des Desinfektionsmittel-Behälter vor der Neubefüllung
  • umfüllen unter aseptischen Bedingungen (z.B. einer Apotheke mit Laminar-Airflow-Bank)
  • ordnungsgemäße Kennzeichnung mit Umfüll- und Verfallsdatum

Wichtiger Hinweis: Es wird dringend geraten, nur vom Hersteller befüllte Original-Einmalgebinde zu verwenden, das Bakteriensporen in Alkohol basierten Desinfektionsmitteln überleben und auf Patienten übertragen werden können.

KVB INFOS 10/2017

Neuer Wirksamkeitsbereich begrenzt viruzid PLUS

Händedesinfektionsmittel-Spender

Anforderungen:

  • der Spender muss ohne Handkontakt zu bedienen sein
  • das Anbruch- oder Ablaufdatum auf dem Desinfektionsmittelbehälter dokumentieren
  • das verwendete Desinfektionsmittel und der Füllstand der Flasche muss ohne Manipulation erkennbar sein

DGKH-Empfehlung zu Anforderungen an Seifen- und Händedesinfektionsmittelspender

Händedesinfektionsmittel-Spender aufbereiten

Um eine Ablagerung infektiöser Keime im Händedesinfektionsmittelspender zu vermeiden, ist eine Aufbereitung des gesamten Spendersystems spätestens mit dem Wechsel der Händedesinfektionsmittelflasche durchzuführen. Ist der Spender als Medizinprodukt deklariert, ist der Hersteller verpflichtet, Angaben zu seiner Aufbereitung zu machen.

Für alle Spendersysteme gelten folgende Schritte für die manuelle Aufbereitung (siehe KRINKO-Empfehlung):

  1. das Steigrohr mit einem Einmaltuch abwischen
  2. Reinigung der Dosierpumpe unter fließendem heißen Wasser
  3. trocknen
  4. Reinigung des Spendergehäuses unter fließendem heißen Wasser
  5. trocknen
  6. Wischdesinfektion von Spendergehäuse, Rückwand und Dosierpumpe
  7. zusammensetzen des Spenders und wiederholtes Durchpumpen eines Desinfektionsmittels

Wichtiger Hinweis: Bitte beachten Sie die Herstellerangaben zur Aufbereitung des Spenders.

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Der Zugang zum Mitgliederportal und damit zu Anwendungen im Sicheren Netz der KVen (SNK) ist über KV-Ident Plus, KV-SafeNet oder die Telematikinfrastruktur (TI) möglich.

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