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Infektionsschutz

West-Nil-Fieber

2018: Erster Übertragungsfall in Deutschland

In Bayern ist ein Tierarzt wenige Tage nach der Obduktion eines an West-Nil-Virus (WNV) verendeten Bartkauzes aus einem Wildpark im Landkreis Ebersberg an West-Nil-Fieber (WNF) erkrankt, mittlerweile aber wieder genesen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgte die Virus-Übertragung durch direkten Kontakt mit erregerhaltigen Körperflüssigkeiten des verendeten Vogels. Dies ist die erste nachgewiesene Übertragung von WNV auf einen Menschen innerhalb Deutschlands. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist bisher nicht bekannt. Die WNV-Übertragung erfolgt in erster Linie über Insektenstiche.

Die Infektion verläuft zu 80 % symptomlos. Nur etwa 20 % der Infizierten zeigen leichte Krankheitssymptome, wie Fieber und grippeähnliche Erscheinungen. In Einzelfällen – insbesondere bei älteren Patienten mit Vorerkrankungen – kann allerdings auch ein schwererer, hoch fieberhafter Krankheitsverlauf mit einer Meningitis oder Enzephalitis auftreten, auch kann die Erkrankung in seltenen Fällen tödlich verlaufen. Der Nachweis von West-Nil-Virus ist meldepflichtig.

Die WNV-Infektion des Tierarztes wurde vermutlich beim direkten Kontakt mit einem toten Bartkauz aus dem Wildpark Poing erworben. Somit ist nicht auszuschließen, dass infizierte Mücken in der Region vorhanden sind. Ob davon auch München und benachbarte Landkreise betroffen sind, kann nicht eingeschätzt werden. Deshalb wird die Bevölkerung - insbesondere auch im Osten von München - aufgefordert, in den letzten warmen Herbsttagen, an denen Stechmücken noch aktiv sind, auf einen ausreichenden Mückenschutz zu achten.

Vögel stellen die Hauptwirte für das WNV dar, wobei deren Infektion in den meisten Fällen symptomlos bleibt. Hochempfängliche Vogelarten können jedoch erkranken und sterben. Finden Bürgerinnen und Bürger tote Vögel, sollten sie diese Tiere grundsätzlich nicht anfassen und im Falle von Häufungen von toten Vögeln das zuständige Veterinäramt oder das regionale Gesundheitsamt kontaktieren. Generell sollten in der Natur verendete Tiere nicht berührt werden, weil hier ein Risiko für Ansteckungen bestehen kann. Beruflich Exponierte sollten bei allen Tierkontakten - insbesondere beim Sezieren toter Vögel oder Pferde (vor kurzem positiver WNV-Nachweis in Brandenburg) - erforderliche Arbeitsschutzmaßnahmen beachten.

West-Nil-Virus und West-Nil-Fieber-Erkrankungen

  • WNF ist eine in verschiedenen Regionen der Welt endemisch vorkommende Zoonose. Alle Erdteile sind betroffen.
  • In Europa kam es in der Vergangenheit zu saisonalen humanen Ausbrüchen oder vereinzelten Übertragungen auf den Menschen in südeuropäischen Ländern (Iberische Halbinsel, Frankreich, Italien, Griechenland), einigen Ländern Zentraleuropas (Tschechien, Ungarn, Serbien) sowie den Schwarzmeer-Anrainerstaaten (Bulgarien, Rumänien, Moldawien, Ukraine, Südrussland).
  • WNV wird durch verschiedene Stechmücken vor allem auf Wildvögel als Hauptwirt übertragen.
  • Der erste WNV-Nachweis in Deutschland erfolgte am 29.08.2018 bei einem Bartkauz aus einem Zoo in Halle (Saale). Bei zwei verendeten Bartkauzen aus dem Wildpark Poing hat das Friedrich-Loeffler-Institut am 12. und 19.09.2018 das WNV ebenfalls nachgewiesen.
  • Infektionen beim Menschen sind durch Insektenstich möglich, ebenso durch Anfassen oder die Obduktion von toten infizierten Vögeln oder anderen Tieren.
  • Verlauf der Infektion beim Mensch: zu 80 % symptomlos; bei etwa 20 % treten nach einer Inkubationszeit von 2 bis 14 Tagen grippeartige Symptome wie Fieber, abruptes Krankheitsgefühl, Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen, Lymphknotenschwellung und ein makulopapulöses Exanthem am Rumpf auf, welches nach 5 bis 7 Tagen abheilt. WNF verläuft in der Regel komplikationslos. In Einzelfällen kann aber ein schwerer, hoch fieberhafter Krankheitsverlauf mit Meningitis oder Enzephalitis auftreten.
  • Eine Impfung oder gezielte antivirale Therapie steht derzeit nicht zur Verfügung.

Empfehlung zu Schutzmaßnahmen

  • Zum Schutz vor einer WNV-Infektion ist, wie bei anderen durch Mückenstiche übertragenen Erkrankungen, eine adäquate Mückenstich-Prophylaxe zu beachten. Dazu gehört das Tragen von langärmeliger heller Kleidung, die regelmäßige Verwendung von Repellentien (auf Haut und/oder Kleidung aufgetragener Mückenschutz) und ggf. das Schlafen unter Mückenschutznetzen.
  • Finden Personen tote Vögel, sollten sie diese Tiere grundsätzlich nicht anfassen und im Falle vermehrter Funde das zuständige Veterinäramt kontaktieren. Generell sollten in der Natur verendete Tiere nicht berührt werden, weil hier ein Ansteckungsrisiko bestehen kann.

Meldepflicht nach Infektionsschutzgesetz

Labor-MeIdepflicht: direkter oder indirekter Nachweis von WNV und sonstiger Arboviren, soweit dieser auf eine akute Infektion beim Menschen hinweist, nach § 7 Abs. 1 Satz 1 Infektionsschutzgesetz (IfSG)  - gemäß Ausweitung der Meldepflicht durch die Verordnung zur Anpassung der IfSG-Meldepflichten an die epidemische Lage (IfSG-Meldepflicht-Anpassungsverordnung), die am 01.05.2016 in Kraft getreten ist.

Diagnostik

Bei Patienten mit Meningitis/Enzephalitis sowie bei Patienten mit Fieber unklarer Herkunft sollte bei entsprechender Anamnese differentialdiagnostisch auch an WNV-Infektion gedacht werden.
Die Erreger-Diagnostik ist u.a. möglich am:

  • Bernhard Nocht-Institut für Tropenmedizin, Hamburg
  • Speziallabor für hochpathogene virale Erreger, ZBS 1, am Robert Koch-Institut, Berlin.

Beachten Sie dazu die Informationen des RKI.

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