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Gemeinsame Presseinformation vom 07.11.2018

KVB und IKK classic verleihen Bayerischen Gesundheitspreis 2018: Preisträger aus Erlangen und Landshut

München, 7. November 2018: Gestern Abend wurde in München der Bayerische Gesundheitspreis 2018 von der IKK classic und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) verliehen. Mit dem Bayerischen Gesundheitspreis haben die IKK classic und die KVB nun bereits zum siebten Mal herausragende und innovative Konzepte ausgezeichnet, die zur Verbesserung der ambulanten medizinischen Versorgung im Freistaat beitragen. Der Preis soll einen offenen Dialog über außergewöhnliche, praxistaugliche Ansätze anregen und niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten zur Umsetzung erfolgversprechender Ideen ermutigen. Die Preisträger der beiden ausgelobten Kategorien "Selbstbestimmt leben bis zum Schluss" und "Gelebte Inklusion" haben hierfür jeweils 4.000 Euro für ihre Projekte erhalten. Zudem hat in diesem Jahr ein Projekt aus Kulmbach von der Jury des Bayerischen Gesundheitspreises eine besondere Würdigung erfahren.

Informationen und Bildmaterial zur Verleihung, zu den Nominierten und zu den Preisträgern finden Sie unter: www.bayerischer-gesundheitspreis.de.

Auszüge aus den Laudationes für die Preisträger 2018:

Preisträger in der Kategorie "Selbstbestimmt leben bis zum Schluss − Konzepte um den Patientenwillen in jeder Versorgungslage beachten zu können":

"Vernetzte Versorgungsstrukturen in der AAPV" − Ein Projekt von Dr. Markus Beier − Erlangen

In der letzten Phase des Lebens geht es vor allem darum, die Lebensqualität, Würde und Selbstbestimmung des Patienten zu erhalten und zu fördern. Jedes Jahr steigt die Zahl der Patienten, die eine Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) in Anspruch nehmen. Die SAPV kann allerdings nicht alleine den Versorgungsbedarf in der Sterbebegleitung ausfüllen. Zudem benötigen nicht alle Patienten eine spezialisierte Versorgung in dieser Form. Eine Analyse der Behandlungsfälle der SAPV und der Allgemeinen Ambulanten Palliativversorgung (AAPV) zeigte, dass es bei den Patienten gewisse Überschneidungen gibt. Hier setzt das Projekt von Dr. Markus Beier an. Teilweise existierten bereits gewachsene Strukturen vor Ort mit niedergelassenen Ärzten, Hospizvereinen, Heimen und Pflegediensten. Die verschiedenen Akteure wirkten jedoch eher als "Einzelkämpfer" in der Versorgung mit. Vor diesem Hintergrund haben Herr Dr. Beier und sein Team in Kooperation mit dem Bayerischen Hausärzteverband im Mai 2015 das Pilotprojekt "Vernetzte Allgemeine Ambulante Palliativversorgung" auf die Beine gestellt. Die bereits vorhandenen Strukturen vor Ort wurden eng miteinander verbunden. Die intensive Kommunikation gewährleistet eine auf den Einzelfall abgestimmte Behandlung. Zu Beginn steht ein Aufnahme-Assessment mit Festlegung eines Notfallplanes und eines verbindlichen Behandlungskonzeptes gemeinsam mit dem Patienten. Ergänzt wird die Versorgung um die Möglichkeit eines telefonischen 24-Stunden-Rufdienstes des betreuenden Hausarztes. Den Abschluss des Maßnahmenpaketes bildet ein Round-Table-Gespräch mit dem Betreuungsumfeld, in dem der Patientenwille noch stärker in den Fokus der Behandler rückt. Aktuell sind in dem Projekt 27 Hausärzte, 19 Pflegedienste und Heime, sowie drei Hospizvereine beteiligt. Sie konnten bereits über 150 Patienten betreuen.


Preisträger in der Kategorie "Gelebte Inklusion – wie Ärzte durch großes Engagement Menschen mit schwierigem Zugang zum Gesundheitswesen helfen“:

"Psychiatrische Versorgung von Kindern mit Behinderung" − Ein Projekt von Dr. Friederike Soldo − Landshut

Oftmals wird ein abnormales Verhalten oder ein außergewöhnliches Verhaltensmuster bei behinderten Kindern und Jugendlichen als Teil dieser Behinderung gesehen. Nicht selten wird dadurch ein tatsächlicher Behandlungsbedarf nicht abschließend erkannt, wodurch der Leidensdruck der betroffenen Familien weiter wächst. Dabei könnten auch bei Kindern und Jugendlichen mit Behinderung Symptome wie extreme Unruhe, Impulsivität, Tics und Distanzlosigkeit durch eine psychotherapeutische Behandlung positiv beeinflusst werden. Dr. Friederike Soldo hat in diesem Zusammenhang bemerkenswerte Erfahrungen gemacht. So konnte sie mehrfach beobachten, wie behinderte Geschwisterkinder ihrer Patienten in ihrer Praxis ein krankhaft anmutendes Verhaltensmuster aufwiesen. Frau Dr. Soldo schilderte hierzu ein eindrucksvolles Beispiel: Ein behindertes Kind, das während der Behandlung des Geschwisterkindes im Wartezimmer saß, hatte den Drang, fremde Menschen, die ebenfalls im Wartezimmer saßen, zu umarmen. Auf Nachfrage erzählten die Eltern, dass sie sich an diese Besonderheit bereits gewöhnt hätten. Sie ordneten die Auffälligkeiten als Teil der Behinderung ein. Frau Dr. Soldo hatte daraufhin Eltern, deren behinderte Kinder ein psychisch auffälliges Verhalten an den Tag legten, ein Diagnostik- und Therapieangebot unterbreitet. Schon nach kurzer Zeit konnten bereits erste Therapieerfolge erzielt und bei 75 Prozent der behandelten Patienten Verbesserungen festgestellt werden. Die Lebensqualität der Patienten und ihrer Familien wurde erhöht, die soziale und emotionale Kompetenz verbessert und eine Reduzierung von Selbst- und Fremdverletzungen erreicht. Im Jahr 2005 stellte die Behandlung von Kindern mit Behinderung noch weniger als ein Prozent des Patientenklientels von Frau Dr. Soldo dar. Seit dem Jahr 2006 kommen immer mehr Familien mit behinderten Kindern und Jugendlichen in die Praxis von Frau Dr. Soldo, zunehmend auch auf Empfehlung von Sonderschullehrern, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten und Ärzten. Frau Dr. Soldo hat es sich zur Aufgabe gemacht, auch Kindern und Jugendlichen mit Behinderung und ihren Familien ein optimales psychotherapeutisches Behandlungsangebot zu bieten.


Zusätzlich erfuhr in diesem Jahr folgendes Projekt eine besondere Würdigung durch die Jurymitglieder des Bayerischen Gesundheitspreises:

"Taekwon-Do Kampfkunst: Integrativer Förderunterricht für Menschen mit Behinderungen" − Ein Projekt von Dr. Ralph Jörg Aman − Kulmbach

Auch ohne detaillierte Kenntnisse zu Taekwon-Do ist der positive Effekt des Sports auf den Bewegungsapparat und das Herz-Kreislauf-System vorstellbar. Für Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung trifft dies ebenfalls zu. Und sogar noch mehr: Verkürzte Bänder- und Muskelstrukturen werden gedehnt, spastische Komponenten vermindert und durch das Erlernen komplexer Bewegungsabläufe werden die Sinnesfunktionen verbessert. Auch die psychische Verfassung profitiert von dem Sport, beispielsweise durch Erfolgserlebnisse wie dem Bestehen von verschiedenen Prüfungen mit Bruchtests (erfolgreiches Zerschlagen eines Bretts, durch den gezielten Einsatz von Konzentration, Kraft, Schnelligkeit und Koordination). Speziell für Menschen mit Behinderung haben Dr. Ralph Jörg Aman und sein Team ein Projekt zu integrativem Taekwon-Do-Förderunterricht ins Leben gerufen. Wöchentlich trainieren zwölf Förderschüler zusammen mit Mitgliedern ohne Handicap. Der Unterricht wird dabei von mindestens zwei Trainern übernommen, die eine besondere Ausbildung im Vorfeld absolviert haben. Zusätzlich werden die Schüler durch Herrn Dr. Aman ärztlich begleitet. Nach einer Eingangsuntersuchung erfolgen im Abstand von zehn bis zwölf Wochen Termine zu Folgeuntersuchungen in seiner orthopädisch-sportmedizinischen Praxis. Abhängig vom Können und den Fähigkeiten der Förderschüler ist eine Teilnahme an den regulären Trainingseinheiten im Verein möglich. Gürtelprüfungen, Lehrgänge und Trainingslager finden ebenfalls gemeinsam mit den nicht-behinderten Mitgliedern der anderen Trainingsgruppen statt.

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Bayerischer Gesundheitspreis

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