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Presseinformation vom 12.03.2018

KVB-VV fordert: Bürokratie und Budgets müssen weg

München, 12. März 2018: Die zunehmenden Eingriffe des Staates in die Selbstverwaltung im Gesundheitswesen weisen die Mitglieder der Vertreterversammlung (VV) der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) deutlich zurück. In ihrer Sitzung am vergangenen Samstag in München verabschiedeten sie mit großer Mehrheit eine Resolution, in der die Politik aufgefordert wird, die bewährten Prinzipien der Freiberuflichkeit zu erhalten und die Expertise der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten mit aufzunehmen, wenn es um die zukünftige Gestaltung des Gesundheitssystems in Deutschland geht. In der Diskussion unter Vorsitz der oberfränkischen Hausärztin Dr. Petra Reis-Berkowicz wurde insbesondere das Vorhaben der Großen Koalition aus CDU/CSU und SPD, die Mindestsprechstundenzeit von 20 auf 25 Stunden pro Woche zu erhöhen, deutlich kritisiert. Wenn die Ärzte und Psychotherapeuten mehr Zeit für ihre Patienten haben sollen, dann müssten laut dem Votum der VV der KVB zum einen die vom Gesetzgeber verursachten bürokratischen Belastungen für die Praxen abgebaut und zum anderen endlich die Budgetierung in der ambulanten Versorgung aufgegeben werden.

Dr. Wolfgang Krombholz, der Vorstandsvorsitzende der KVB, widmete sich in seinem Vortrag unter anderem der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Diese führe dazu, dass sich branchenfremde Anbieter in die Behandlung der Patienten einmischten. "Die KVB kann vor dieser Entwicklung nicht die Augen verschließen. Wir werden uns hier im Sinne der Ärzte und Psychotherapeuten sowie deren Patienten einmischen und versuchen, soweit wie möglich mitzugestalten", kündigte Krombholz an. So sei es beispielsweise sehr wichtig, die Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung zu fördern. Der dadurch entstehende Aufwand müssen den Praxen allerdings auch angemessen honoriert werden. Auf einem guten Weg sieht der KVB-Vorstandsvorsitzende die Weiterentwicklung des Bereitschaftsdienstes. Bezogen auf die Fläche des Freistaates seien mittlerweile zwei Drittel Bayerns auf die neue Struktur mit zentral gelegenen Bereitschaftspraxen und einem separaten Fahrdienst für Hausbesuche umgestellt. Seine volle Wirkung entfalte das neue System dann Ende des Jahres, wenn alle Bereiche umgestellt sind und beispielsweise der Fahrdienst keine regionalen Grenzen mehr habe. Positiver Nebeneffekt der neuen Systematik: Von den derzeit 950 Poolärzten, die freiwillig Dienste übernehmen, haben sich inzwischen 33 für eine Niederlassung als Vertragsärzte entschieden. Krombholz stellte auch das Ergebnis der Honorarverhandlungen 2018 mit den Krankenkassen dar. So sei neben dem Plus von 1,18 Prozent beim regionalen Punktwert und von 0,2 Prozent bei der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung, die beide aus den Bundesvorgaben resultierten, noch zusätzlich ein Plus von 1,3 Prozent auf Grund regionaler Verhandlungen erreicht worden.

Dr. Pedro Schmelz, der erste stellvertretende KVB-Vorstandsvorsitzende, ging ebenfalls auf die Honorarentwicklung ein und stellte einige der Projekte vor, für die zusätzliche Gelder zur Verfügung stehen. Dazu gehören unter anderem ein Vertrag mit der AOK Bayern zur ambulanten Betreuung von Palliativpatienten und eine Vereinbarung mit allen Krankenkassen zur Raucherentwöhnung. Auch dass der Bereitschaftsdienst durch die Krankenkassen mit rund 28,5 Millionen Euro gefördert werde, sei laut Schmelz keineswegs selbstverständlich, sondern das Ergebnis intensiver Verhandlungen. "Insgesamt haben wir für Bayerns Praxen ein gutes Ergebnis erzielt", resümierte er. Das erklärte Ziel des Vorstands der KVB sei es nach wie vor, die Budgetierung der ärztlichen Leistungen abzuschaffen und die bürokratischen Belastungen abzubauen. Bereits heute würden in den Praxen bundesweit über 50 Millionen Stunden mit administrativen Tätigkeiten verbracht. Um eine Niederlassung wieder attraktiver zu gestalten, sei eine Erhöhung der derzeit rund 156 in Bayern geförderten Stellen in der fachärztlichen Weiterbildung notwendig. Die Nachfrage ist laut Schmelz um ein Vielfaches höher. Der erste stellvertretende KVB-Vorstandsvorsitzende ging auch auf die Einführung der Telematikinfrastruktur (TI) ein. Die KVB führe bayernweit Veranstaltungen durch, um den Informationsbedarf der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten zu decken. Nach wie vor sei dabei das große Dilemma, dass es viel zu wenig geeignete Produkte auf dem Markt gebe. "Wenn es der Industrie nicht gelingt, erforderliche Komponenten fristgerecht und zu finanzierbaren Preisen anzubieten, dürfen die Praxen nicht für dieses Marktversagen verantwortlich gemacht werden", so die Forderung von Schmelz an die Politik.

Die zweite stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KVB, Dr. Claudia Ritter-Rupp, übte Kritik am vorliegenden Entwurf eines Bayerischen Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetzes (BayPsychKHG). Dadurch würde die Stigmatisierung psychisch kranker Menschen nicht - wie eigentlich beabsichtigt - vermindert, sondern sogar verstärkt, da diese als potentielle Gefahr für die Allgemeinheit eingeschätzt werden könnten. Auch würden die besonderen Versorgungsbedürfnisse von Kindern und Jugendlichen nicht ausreichend berücksichtigt. Der Gesetzentwurf wäre viel zu sehr an den Vorgaben des Maßregelvollzuges orientiert und werde den Belangen von Menschen in Krisen mit kurzen Verweildauern nicht gerecht. Im Rahmen ihres Vortrags bezog Ritter-Rupp Stellung zu der "unüberschaubaren Angebotsvielfalt" an psychotherapeutischen Interventionen im Online-Bereich, die momentan gerade von einigen Krankenkassen vorangetrieben würden. Die Rasanz der Entwicklung sei enorm. Auch wenn die ökonomischen Aspekte für Anbieter und Krankenkassen reizvoll sein mögen, könne der fehlende reale Patientenkontakt gerade bei psychischen Erkrankungen dazu führen, dass diese nicht erkannt oder verharmlost würden. Dies könne zu einer krisenhaften Zuspitzung oder zur Chronifizierung von psychischen Leiden führen. Ritter-Rupp kündigte an, dass sich die im September 2017 von ihr gegründete Arbeitsgruppe "Online-basierte Interventionen" dieses Themas weiterhin intensiv widmen werde. So zeige die kritische Auseinandersetzung mit vorliegenden Studien, dass manche behauptete Wirksamkeit von Online-Therapien in Frage zu stellen sei. "Bislang bietet kein Online-Programm einen adäquaten Ersatz für eine Face-to-Face-Psychotherapie, die nicht nur auf ein vordergründiges Funktionieren ausgerichtet ist, sondern auch die Ursachen mit berücksichtigt", so das Fazit von Ritter-Rupp.

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