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KVB Impuls 5/2020

Zusätzlicher Grippeimpfstoff wird seit Anfang Dezember ausgeliefert

Bayerns Hausärzte haben ab sofort Zugriff auf den zusätzlich von der Bayerischen Staatsregierung bestellten Grippeimpfstoff.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml teilte Anfang Dezember in München mit: "Seit Anfang dieser Woche wird der Grippeimpfstoff über die Apotheken an die Ärzte ausgeliefert. Unsere Abfrage bei den Hausärzten hat einen Bedarf von zunächst rund 438.000 Impfdosen ergeben. Rund 3.600 Praxen haben sich an der Abfrage beteiligt. Wir haben also mit der Beschaffung unserer 550.000 zusätzlichen Impfdosen eine gute und notwendige Entscheidung getroffen. Ich danke dem Bayerischen Apothekerverband (BAV) und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) für die Unterstützung bei der Abfrage und Verteilung."

Der Vorstand der KVB – Dr. Wolfgang Krombholz, Dr. Pedro Schmelz und Dr. Claudia Ritter-Rupp – ergänzte: "Wir begrüßen es, dass die vom Freistaat beschafften zusätzlichen Impfdosen nun rasch und unbürokratisch den Praxen für die Impfung ihrer Patienten zur Verfügung gestellt werden. Es zeichnet sich ab, dass sich der vorhandene Bedarf damit gut decken lässt."

Die Ärzte haben von der KVB ein Bestellformular bekommen, das sie bei den Apotheken einreichen können. Vorrangig bedient werden sollen jene Ärzte, die sich an der Bedarfsabfrage beteiligt haben. Der BAV leitet die Bestellungen an die Hersteller weiter. Diese liefern den Impfstoff an jene Apotheken, die die Ärzte auf dem Formular angegeben haben. An der Auslieferung beteiligen sich rund 3.000 Apotheken im Freistaat.

Huml erläuterte: "Erstmals haben wir es geschafft, zusätzlichen Grippeimpfstoff für die Bürgerinnen und Bürger in Bayern zu beschaffen. Das war uns angesichts der Belastung des Gesundheitssystems durch die Corona-Pandemie und der erwartet höheren Impfbereitschaft sehr wichtig. Klar ist: Wir haben mit dieser sogenannten Bayern-Reserve den Ärzten keinen Impfstoff am Markt 'weggenommen'. Denn wir haben die gut eine halbe Million Impfdosen auf dem freien Markt beschafft, nachdem die Ärzte ihre eigenen Bestellungen für diese Saison abgegeben hatten."

Die Ärzte bestellen den Grippeimpfstoff üblicherweise bis Ende März für die folgende Saison. In den vergangenen Jahren hatten die Ärzte im Freistaat pro Saison rund 1,5 Millionen Impfdosen abgerechnet. In diesem Jahr waren sie angehalten, sich auf einen höheren Bedarf vorzubereiten. Huml, die ausgebildete Ärztin ist, betonte: "Die Grippe-Impfsaison ist noch in vollem Gange. Eine Impfung ist auch noch im Dezember und im Januar sinnvoll."

Zugleich zeichnet sich ab, dass die Grippesaison in diesem Jahr nicht so hart einschlägt wie früher. Huml sagte: "In den ersten sieben Wochen der Grippesaison bis Kalenderwoche 47 (16. bis 22. November) hat das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit nur 25 Influenza-Infektionen registriert. Im selben Zeitraum im Vorjahr waren es 244. Ein Grund für diesen erfreulichen Trend könnten die Kontaktbeschränkungen sowie die Abstands- und Hygieneregeln im Kampf gegen die Corona-Pandemie sein."

Der Höhepunkt der Grippesaison ist üblicherweise Januar/Februar. Um einen wirksamen Impfschutz aufzubauen, braucht das Immunsystem etwa zwei Wochen. Die Impfung muss jedes Jahr aufgefrischt werden. Das liegt daran, dass sich Grippeviren leicht verändern können. Daher muss die Zusammensetzung des Impfstoffs für jede Grippesaison angepasst werden.

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