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Betreuung in Pflegeheimen

Statement von Dr. Krombholz, Vorstandsvorsitzender der KVB, zur Problematik der Betreuung von Patienten in Pflegeheimen insbesondere durch Hausärzte, 02.02.2012:

„Natürlich sollten Patienten in Pflegeheimen nach Möglichkeit durch den Hausarzt ihres Vertrauens betreut und behandelt werden. Denn gerade bei älteren Menschen, die häufig an mehr als einer Krankheit leiden, ist ein abgestimmtes, konsistentes Betreuungskonzept von besonderer Bedeutung. Oftmals kann den Patienten so manche Krankenhauseinweisung und manch unnötige Untersuchung erspart werden, wenn sie von Ärzten betreut werden, die sie und ihre Krankengeschichte gut kennen. Eine Umfrage der KVB unter bayerischen Pflegeheimen hatte ergeben, dass 100 Prozent aller Pflegeheime von Hausärzten medizinisch versorgt werden.*

Insbesondere im ländlichen Raum haben wir jedoch das Problem, das die dort ansässigen Hausärzte bereits an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, was die Menge an zu betreuenden Patienten betrifft. Volle Wartezimmer, die zeitintensive Betreuung von Patienten im Heim plus Bereitschaftsdienste – das ist für manchen Hausarzt eine große Belastung. Was die Betreuung von Patienten in Pflegeheimen durch niedergelassene Hausärzte zudem besonders erschwert, sind zwei Faktoren: einerseits die unzureichende Vergütung für die aufwändigen ärztlichen Leistungen, andererseits die überbordende Bürokratie.

Zum Honorar: Die meisten Leistungen, die Hausärzte für Patienten in Pflegeheimen erbringen, fallen in das so genannte Regelleistungsvolumen – eine Art Budget, das aktuell bei knapp 42 Euro pro Quartal und Patient liegt. Zwar werden Haus- und Heimbesuche grundsätzlich mit rund 21 Euro (Mitbesuche: rund 10,50 Euro) plus Wegepauschale extra honoriert. Trotzdem stehen Aufwand und Honorar in keinem Verhältnis, denn oftmals besucht der Hausarzt seine Patienten im Heim mehrmals im Quartal, manchmal sogar wöchentlich. Natürlich lassen wir Hausärzte unsere Patienten im Heim nicht im Stich – auch wenn es sich eigentlich nicht rechnet  …

Wir brauchen dringend neue Vergütungsmodelle, die den Menschen im Heim eine gute haus- und fachärztliche sowie psychotherapeutische Betreuung bieten und gleichzeitig den Ärzten und Psychotherapeuten dafür ein angemessenes Honorar bringen. Denn letztlich ist es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die Betreuung der Menschen in ihrer letzten Lebensphase würdig zu gestalten, ohne sowohl die ethische Verantwortung als auch die Verantwortung für die Kosten einfach allein den behandelnden Ärzten aufzubürden.

Und zur Bürokratie: Die Dokumentation der pflegerischen Betreuung und auch der medizinischen Grundversorgung wie etwa von Routinebesuchen zur Kontrolle ist eigentlich Aufgabe der Pflegeheimleitung. Hier werden bürokratische Tätigkeiten an die Ärzte delegiert, die eigentlich nicht in ärztliche Hand gehören. Aber auch die Pflegekräfte müssen sich heutzutage oftmals mehr mit Formularen beschäftigen als mit den ihnen anvertrauten Menschen.

Es gibt bereits Modelle seitens der Hausärzteschaft und auch seitens der KV, die die Kooperationen von Ärzten, Psychotherapeuten und Heimleitung sinnvoll abbilden. Dabei müssen unbedingt auch die Träger von Heimen eingebunden werden. Denn nur durch eine abgestimmte Zusammenarbeit können wir erreichen, dass bei der Betreuung von Menschen in Pflegeheimen künftig wieder mehr der Mensch und nicht Honorar oder Bürokratie im Fokus stehen.“

Statement vom 02.02.2012 als PDF-Datei

Zur Problematik der Betreuung von Patienten in Pflegeheimen insbesondere durch Hausärzte

Weiterführende Informationen

Hintergrundinformationen zu den Geriatrischen Praxisverbünden

Geriatrischer Praxisverbund auf der KVB-Website

 

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Fachgruppenübersicht "Vor-Ort-Versorgung in Pflegeheimen"

* Umfrage der KVB unter 1500 bayerischen Pflegeheimen (Rücklaufquote: 67 Prozent).
Die Ergebnisse wurden im Juni 2010 im KVB-Mitgliedermagazin (PROFUND) veröffentlicht.

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