Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB)Ausdruck vom 03.03.2024 13:02 Uhr

Machbarkeitsstudie im RoMed Klinikum Rosenheim

Pilotprojekt "DispoAkut": Steuerung von weniger dringlichen Hilfesuchenden in der Notaufnahme

Seit Jahren beklagen Krankenhäuser in Deutschland eine Überlastung der Notaufnahmen. Dabei suchen auch Patientinnen und Patienten mit weniger dringlichen Versorgungsbedarf die Notaufnahme auf, die im vertragsärztlichen Bereich behandelt werden könnten.

Zur Entlastung der Notaufnahmen hat die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) in Zusammenarbeit mit dem Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) und dem RoMed Klinikum Rosenheim eine dreimonatige Machbarkeitsstudie zur Umsteuerung von Patientinnen und Patienten mit weniger dringlichen Gesundheitsbeschwerden in niedergelassene Praxen während der allgemeinen Praxisöffnungszeiten durchgeführt.

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Wie genau die Patientinnen und Patienten während der Pilotstudie am RoMed Klinikum Rosenheim gesteuert wurden, zeigt Ihnen dieses kurze Beispiel-Video.

Priorisierung nach Dringlichkeit

Alle eintreffenden Patientinnen und Patienten wurden zunächst anhand des etablierten Manchester-Triagesystems in fünf Dringlichkeitsstufen eingeteilt: Patientinnen und Patienten in den Kategorien "sofort (rot)", "sehr dringend (orange)" und "dringend (gelb)" sowie bei erforderlichen Ressourcen, die im ambulanten Bereich nicht zur Verfügung stehen, wurden direkt in die Notaufnahme des Klinikums gesteuert. Bei Patientinnen und Patienten in den weniger dringlichen Triagekategorien "normal (grün)" und "nicht dringend (blau)" prüfte eine Fachkraft der KVB zusätzlich, ob eine vertragsärztliche Behandlung empfohlen ist. Unterstützt wurde diese durch die Software SmED Kontakt+ ("Strukturierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland").

 

Patientensteuerung

Lag eine Empfehlung zur vertragsärztlichen Behandlung vor, erhielten die Patientinnen und Patienten das Angebot zur Versorgung in einer nahegelegenen Haus- oder Facharztpraxis, einer sogenannten Kooperationspraxis. Nach Zustimmung der Patientinnen und Patienten, wurden diese umgehend mittels IVENA eHealth digital in einer geeigneten Praxis angemeldet. Anschließend begaben sich die Patientinnen und Patienten selbstständig zur Behandlung in der Kooperationspraxis.

Das Ergebnis: Entlastung der Notaufnahme

Die Studie zeigt, dass eine Steuerung von weniger dringlichen Notaufnahmepatientinnen und -patienten in vertragsärztlichen Praxen die Notaufnahme entlasten und Ressourcen zur Versorgung tatsächlicher Notfälle schaffen kann.

Ansprechpartner für Nachfragen

Dr. med. Michael Bayeff-Filloff
Chefarzt der ZNA des RoMed Klinikum Rosenheim
michael.bayeff-filloff(at)ro-med.de

Dr. Dominik Graf von Stillfried
Vorstandsvorsitzender des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung
zi(at)zi.de

Reno Thoß
Regionalleiter VBZ Kassenärztliche Vereinigung Bayerns
reno.thoss(at)kvb.de

Stimmen zur Pilotstudie am Klinikum Rosenheim

Klaus Holetschek, Bay. Staatsminister für Gesundheit und Pflege:
"Meine Unterstützung hat dieses Projekt auf jeden Fall!"

Dr. Christian Pfeiffer, KVB-Vorstandsvorsitzender:
"Pilotstudie ist ein Leuchtturm-Projekt für ganz Deutschland"

Dr. Dominik Graf von Stillfried (Zi):
"Patienten wissen oft nicht, wann sie am besten in der Notaufnahme und wann bei der 116117 versorgt werden."

Dr. Michael Bayeff-Filloff, CA ZNA am RoMed Klinikum Rosenheim:
„Erprobtes Modell zur besseren Patientensteuerung durchaus übertragbar auf andere große Notaufnahmen.“