Presseinformation Gemeinsam für eine zukunftsfähige Akutversorgung: Dritte Auflage der KVB-Expertenkonferenz "in.SAN"
München, 13. Februar 2026: Wie sichern wir eine leistungsfähige Notfall- und Akutversorgung – auch in Zeiten knapper Ressourcen? Diese Frage stand im Mittelpunkt der dritten "in.SAN"-Konferenz, zu der die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) am 11. und 12. Februar in das Veranstaltungsforum Fürstenfeld in Fürstenfeldbruck eingeladen hatte. Über 400 Teilnehmende aus Politik, Wissenschaft, Arztpraxen, Kliniken, Krankenkassen und Rettungsdienst kamen an den beiden Tagen zusammen, um konkrete Lösungen für die medizinische Versorgung von morgen zu diskutieren. Die Konferenz hat sich seit 2024 als zentrale Plattform für den Austausch über innovative Patientensteuerung und digitale Vernetzung im Gesundheitswesen etabliert.
Der Vorstand der KVB – Dr. Christian Pfeiffer, Dr. Peter Heinz und Dr. Claudia Ritter-Rupp – betonte die Notwendigkeit eines kontinuierlichen Dialogs: "Der Reformbedarf ist seit langem bekannt. In Bayern haben wir bereits seit zehn Jahren eine gut funktionierende, flächendeckende Akut- und Notfallversorgung mit enger Zusammenarbeit aller Beteiligten. Was wir jetzt brauchen, sind klare, realistisch umsetzbare gesetzliche Vorgaben im Rahmen der Notfallreform sowie eine verlässliche und gesicherte Finanzierung der für die Patientenversorgung notwendigen Strukturen."
Ein zentrales Thema der Konferenz war die Frage: Wie kann man bei begrenzten Ressourcen – Stichwort Ärztemangel – eine älter und damit tendenziell kränker werdende Bevölkerung weiterhin gut medizinisch versorgen? Einigkeit bestand darüber, dass die Rahmenbedingungen regional sehr unterschiedlich sind. Während eine flächendeckende 24/7-Notfallstruktur in Großstädten umsetzbar erscheint, stoßen ländliche Regionen an personelle Grenzen. Reformen müssen deshalb am tatsächlichen Bedarf ausgerichtet sein. Klar ist aber auch: In Zukunft wird es nicht möglich sein, jedes Bedürfnis sofort zu erfüllen. Eine stärkere Steuerung der Patientinnen und Patienten in die jeweils richtige Versorgungsebene ist unumgänglich.
Bei der Konferenz wurden auch konkrete Projekte vorgestellt, mit denen die KVB im Verbund mit starken Partnern bereits heute neue Wege geht. Dazu gehören: "DispoDigital" – eine digitale Plattform zur besseren Patientenlenkung, "RTWakut" – die engere Vernetzung von Rettungsdiensten und Arztpraxen, telemedizinische Angebote wie "DocOnLine" oder auch die digitale Vernetzung der Bereitschaftsdienstnummer 116117 mit der Notrufnummer 112.
Ziel all dieser Maßnahmen ist es, Patientinnen und Patienten schnell und bedarfsgerecht dorthin zu steuern, wo sie die richtige Behandlung erhalten – in die Hausarztpraxis, in den ärztlichen Bereitschaftsdienst oder bei echten Notfällen in die Klinik.
Ein positives Signal kam von den jüngeren Ärztinnen und Ärzten: Der Wille zur Zusammenarbeit sei größer denn je. Auch Vertreter der Krankenkassen lobten die vertrauensvolle Partnerschaft mit Ärzteschaft und Notfallorganisationen in Bayern. Die Teilnehmenden waren sich einig: Die Zukunft der Akutversorgung wird nur im Konsens gelingen – im Miteinander aller Beteiligten. Regionale Lösungen, klare Verantwortlichkeiten und eine transparente Steuerung sind dafür entscheidend.
"Die KVB versteht sich als Impulsgeberin für eine moderne, sektorenübergreifende und patientenorientierte Versorgung in Bayern. Das Motto der diesjährigen Konferenz – 'Gemeinsam handeln – ist damit zugleich Auftrag für die kommenden Jahre: weniger Ideologie, mehr Pragmatismus und eine gemeinsame Verantwortung für ein Gesundheitssystem, das auch in Zukunft für alle erreichbar und leistungsfähig bleibt", so das Fazit des Vorstands der KVB nach der diesjährigen "in.SAN"-Expertenkonferenz.











