Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB)Ausdruck vom 14.01.2026 16:00 Uhr
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Presseinformation KVB-Vorstand zu den Aussagen des Ministerpräsidenten: Konstruktiver Dialog notwendig

München, 14. Januar 2026: Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) zeigt sich erstaunt und verärgert über die jüngsten öffentlichen Äußerungen des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder zu angeblich unzureichenden Anstrengungen der KVB bei der Gewinnung neuer Ärztinnen und Ärzte für einzelne Regionen im Freistaat. Der Vorstand der KVB – Dr. Christian Pfeiffer, Dr. Peter Heinz und Dr. Claudia Ritter-Rupp – weist diese Kritik zurück und erklärt dazu: "Es ist grundsätzlich besser, mit uns zu sprechen als nur über uns. Wir stimmen dem Ministerpräsidenten in seiner Analyse zwar grundsätzlich zu, dass die medizinische Versorgung in strukturschwachen Regionen Bayerns zunehmend schwieriger aufrecht zu erhalten ist. Aber wir tun seit Jahren alles, was in unseren Möglichkeiten steht, um die ambulante Versorgung in Bayern sicherzustellen und gezielt Ärztinnen und Ärzte für nicht ausreichend versorgte Regionen zu gewinnen." 

Die KVB habe ihre Hausaufgaben gemacht und setze zahlreiche Maßnahmen – von der Famulaturförderung im Medizinstudium bis hin zu umfangreichen Förderprogrammen für Praxisgründungen in unterversorgten Regionen – erfolgreich um. Stand heute sind in Bayern 9.599 Hausärztinnen und Hausärzte tätig. Seit 2022 konnten damit weit über 200 neue Ärztinnen und Ärzte für die hausärztliche Versorgung gewonnen werden. Allein in den letzten sechs Monaten ist es gelungen, die Zahl der offenen Vertragsarztsitze im hausärztlichen Bereich von 352 auf 254 zu senken.

Zugleich macht der Vorstand der KVB deutlich, dass der Handlungsspielraum der ärztlichen Selbstverwaltung durch gesetzliche Rahmenbedingungen begrenzt ist. "Wir sind eingebettet in starre, bundesweit gültige Vorgaben des Sozialgesetzbuches. Um regionale Versorgungsprobleme nachhaltig lösen zu können, brauchen wir deutlich mehr Flexibilität und Entscheidungsspielräume vor Ort", so der Vorstand weiter. Entsprechende Forderungen, wie zum Beispiel Bürokratieabbau in den Praxen, schnellere und effizientere Zulassungsverfahren und mehr regionale Handlungsspielräume, habe die KVB bereits in einem umfassenden Katalog bei den politischen Entscheidungsträgern auf Bundes- und Landesebene hinterlegt. Dazu der Vorstand der KVB: "Wir erwarten die Unterstützung des Ministerpräsidenten, damit diese Forderungen auch schnellstmöglich umgesetzt werden. Damit würde unser Handlungsspielraum auf Landesebene wesentlich verbessert werden."

Die KVB nimmt das Angebot des Ministerpräsidenten zu einem Diskussionsprozess ausdrücklich an und steht zu einem persönlichen Austausch gerne zur Verfügung, so der Vorstand der KVB: "Wir sind gespannt, welche konkreten Vorschläge die Bayerische Staatsregierung über die von uns bereits ergriffenen vielfältigen Maßnahmen hinaus einbringen kann und will. Bei der Umsetzung konstruktiver Lösungen sind wir jederzeit mit dabei."