Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB)Ausdruck vom 28.01.2026 15:54 Uhr
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Presseinformation KVB: Erfolgreiche Praxisübergabe in Niederbayern

München, 27. Januar 2026: Debüt in Bayern: Erstmals konnte eine hausärztliche Praxis, die bislang von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) betrieben wurde, an die dort angestellte Ärztin übergeben werden. Diese wird die Praxis jetzt mit ihrem Team in eigener Regie weiterführen. Damit hat die hausärztliche Versorgung in Ering im Landkreis Rottal-Inn und Umgebung wieder eine langfristige Perspektive. Die offizielle Übergabe an Dr. Barbara Lageder findet heute im Rahmen einer Feierstunde mit Vertreterinnen und Vertretern der KVB, der Gemeinde Ering sowie der örtlichen Kirche statt. Mit der Praxisübergabe in Ering ist erstmals eine KVB-Eigeneinrichtung erfolgreich von einer niedergelassenen Ärztin übernommen worden. Das Projekt hat bayernweit Pilotcharakter und zeigt, wie Versorgungssicherung und Niederlassungsförderung miteinander verbunden werden können. 

Dazu erklärte der Vorstandsvorsitzende Dr. Christian Pfeiffer: "Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist und bleibt die Gewinnung des ärztlichen Nachwuchses zum Aufbau einer eigenen oder zur Übernahme einer bestehenden Praxis. Das entwickelt sich in Zeiten zunehmenden Ärztemangels und neuen Arbeitszeitmodellen immer mehr zu einer riesigen Herausforderung für alle Beteiligten. In diesem Sinne ist die Übergabe der Praxis in Ering ein echter Erfolg und ein Beispiel dafür, dass nur gemeinsames Engagement und Durchhaltevermögen regionale Versorgungslücken tatsächlich schließen können. Ich wünsche unserer Kollegin Dr. Lageder und ihrem Team viel Erfolg und auch Freude bei der anspruchsvollen und bereichernden hausärztlichen Tätigkeit."

Voraussetzung für die Gründung von KVB-Eigeneinrichtungen ist die Feststellung einer Unterversorgung durch den Landesausschuss Ärzte und Krankenkassen. Wesentlicher Anhaltspunkt dafür ist im hausärztlichen Bereich ein Versorgungsgrad von unter 75 Prozent. In diesem Fall eröffnet und betreibt die KVB selbst die Praxis und stellt eine Ärztin oder einen Arzt an. Das Modell ist von Beginn an befristet angelegt und verfolgt das klare Ziel der Praxisübernahme – in der Regel nach rund zwei Jahren. Gemeinsam mit einem Team der KVB gestalten die angestellten Ärztinnen und Ärzte in dieser Zeit die Strukturen und Abläufe der Praxis und stimmen sich mit ihren Medizinischen Fachangestellten ab. So entsteht ein begleiteter und gut vorbereiteter Einstieg in die Selbstständigkeit.

Für die Patientinnen und Patienten vor Ort bedeutet die Übernahme Kontinuität und Planungssicherheit. Auch die Gemeinde Ering hatte das Projekt von Beginn an unterstützt und den Übergang aktiv begleitet. Derzeit plant die KVB weitere haus- wie auch fachärztliche Eigeneinrichtungen in unterversorgten Regionen Bayerns. Dabei zeigt sich allerdings auch, wie schwierig es ist, selbst für solche Praxen, bei denen die KVB in der Aufbauphase vorübergehend das wirtschaftliche Risiko trägt, interessierte und geeignete Ärztinnen und Ärzte zu finden. Ziel bleibt es, Versorgungslücken im ambulanten Bereich zu schließen und zugleich Ärztinnen und Ärzten den Weg in die Niederlassung zu ebnen.

Impressionen

Eröffungsbild mit Ärztin, Bürgermeister, Kirche und KVB-Vorsitzenden

von links: Johann Wagmann, 1. Bürgermeister von Ering, Diakon Andreas Ragaller, Dr. Barbara Lageder, Leiterin der Praxis, Pfarrer Dr. Florian Schwarz, Dr. Christian Pfeiffer, KVB-Vorstandsvorsitzender.

sympatisches Praxisteam mit Ärztin vor der Kamera

Praxisteam mit der Praxisleiterin Dr. Barbara Lageder (Dritte von links)