Mitgliederberatung

Dienststellen/Standorte

Vermittlungsbörsen

KVB-Börse

Online-Service für die Vermittlung von Praxen und Stellen in Bayern


Bereitschaftsdienst

Vertretervermittlung

Diensttauschbörse (DPP)

Starterpaket/Grundwissen

Informationen, rechtliche Grundlagen und Antragsformulare, die für den Neubeginn bzw. eine veränderte Praxistätigkeit benötigt werden

Starterpaket

Bereitschaftsdienst (116117)

Den Ärztlichen Bereitschaftsdienst erreichen Sie kostenfrei unter

116117

Der Ärztliche Bereitschaftsdienst in Ihrer Region

Bereitschaftspraxen

Patienten-Terminservice

Patienten-Infoline

Hilfe bei der Suche nach Haus- und Fachärzten mit der KVB-Arztsuche

Mo-Fr: 12:00-15:00 Uhr

Kontaktdaten

Patienten-"Infekt"-Service

Arzt-/Psychotherapeutensuche

IT in der Praxis

Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) ist die digitale Form der bisherigen papiergebundenen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und wird diese künftig ersetzen.

Sind Sie schon "eAU-fähig"?

Mit einer aktuellen Online-Mitgliederumfrage möchte die KVB in Erfahrung bringen, wie es ihren Mitgliedern bisher mit der Integration und Anwendung der seit 1. Oktober 2021 verpflichtenden elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) in den Praxen ergangen ist.

eAU-Umfrage starten

Seit 1. Oktober 2021 ist der Versand der eAU an Krankenkassen für Vertragsärzte verpflichtend. Damit lösen die Ärzte den Versicherten in der Meldepflicht an die Kassen ab. Die Bescheinigungen für den Patienten und dessen Arbeitgeber werden weiterhin auf Papier ausgedruckt. Der AU-Formularsatz (Muster 1 "Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung") entfällt und wird nicht mehr verwendet.

Die KBV hat in einer Richtlinie festgelegt, dass Vertragsärzte bis zum 30. Juni 2022 noch das alte etablierte Verfahren anwenden dürfen, falls die eAU technisch in der jeweiligen Praxis noch nicht umsetzbar ist. Übergangsweise können AU-Bescheinigungen somit mittels Muster 1 oder anhand der neuen Formatvorlagen (auch Stylesheets genannt) komplett in Papierform ausgestellt werden. Vertragsärzte, die AU-Bescheinigungen ausstellen, sind weiterhin aufgefordert, sich schnellstmöglich mit dem neuen Prozess auseinanderzusetzen und die erforderlichen Komponenten zu bestellen.

In einer weiteren Ausbaustufe ab 1. Juli 2022 stellen die Krankenkassen den Arbeitgebern die AU-Daten elektronisch zur Verfügung. Die Papierbescheinigung für den Arbeitgeber wird dann nicht mehr ausgestellt. Vertragsärzte geben aber weiterhin die AU-Bescheinigung für die Patienten auf Papier heraus.

Da der elektronische Versand der eAU mittels dem TI-Kommunikationsdienst "Kommunikation im Medizinwesen (KIM)" erfolgt, ist der Einsatz eines KIM-Dienstes zwingend erforderlich.

Vorgehensweise

Wie bisher ruft der Arzt die Formatvorlage im Praxisverwaltungssystem (PVS) auf und befüllt diese. Die erstellte eAU wird qualifiziert elektronisch signiert (Details siehe Abschnitt "Signatur"). Im Anschluss werden die Papierbescheinigungen im DIN A4 oder A5-Format ausgedruckt und die eAU über KIM elektronisch an die Krankenkasse übermittelt. Die Adressierung an die jeweilige Krankenkasse erfolgt automatisch.

Der Patient erhält die ausgedruckten und vom Arzt per Hand unterzeichneten Papierbescheinigungen für sich und den Arbeitgeber. Er informiert den Arbeitgeber wie bereits heute über die Arbeitsunfähigkeit und leitet die Papierbescheinigung noch bis Juli 2022 an diesen weiter. Da die Krankenkassen den Arbeitgebern die Arbeitsunfähigkeitsdaten ab Juli 2022 digital zum Abruf bereitstellen, wird ab diesem Zeitpunkt nur noch der Patientenausdruck handschriftlich unterzeichnet, sofern der Patient eine Unterschrift wünscht.

Signatur

Die eAU, die an die Krankenkasse übermittelt wird, muss mittels qualifizierter elektronischer Signatur (QES) rechtssicher signiert werden. Für die QES ist ein elektronischer Heilberufsausweis der 2. Generation (eHBA G2) erforderlich, daher benötigt jeder Arzt, der eAU ausstellt, einen eigenen eHBA.

 Für die QES gibt es drei Signaturvarianten:

  1. Bei der Einfachsignatur wird der eHBA pro Dokument in das Kartenterminal gesteckt und die PIN eingegeben. 
  2. Mit Hilfe der Stapelsignatur werden bis zu 250 Datensätze auf einmal mit dem eHBA und einer PIN-Eingabe qualifiziert elektronisch signiert, beispielsweise am Ende eines Praxistages. Die Stapelsignatur kann bereits mit dem E-Health-Konnektor (Updatestufe PTV 3) genutzt werden.
  3. Bei der Komfortsignatur wird der eHBA zu Beginn der Praxistätigkeit in das Kartenterminal gesteckt und die PIN einmalig eingegeben. Anschließend kann der eHBA-Inhaber für einen bestimmten Zeitraum bis zu 250 Dokumente signieren, indem er diese nur noch bestätigt. Somit können eAU kontinuierlich signiert und versendet werden, und eine Störung wird beispielsweise sofort erkannt.

Bei konkreten Fragen zum Prozessablauf der eAU und des Signaturverfahrens ist der PVS-Anbieter der erste Ansprechpartner.

Technische Voraussetzungen

  • Anbindung an die TI
  • Software-Update des Konnektors mindestens auf den E-Health-Konnektor (Updatestufe PTV3), für die Komfortsignatur mindestens ein weiteres Update (Updatestufe PTV4/PTV4+, sogenannter "ePA-Konnektor")
  • KIM-Dienst
  • PVS-Update-/Modul für die eAU
    aktuelle eAU-Zertifizierungsliste (Digitale Muster) der KBV
  • eHBA G2 für die qualifizierte elektronische Signatur der eAU
  • Eventuell zusätzliche Kartenterminals in den Sprechzimmern

Hinweis: Auf den Themenseiten Kommunikation im Medizinwesen und Telematikinfrastruktur (siehe rechts) finden Sie detaillierte Informationen zur technischen Ausstattung für die Anbindung an die TI und an KIM.

Finanzierung (Erstattungspauschalen) und Vergütung

Die Einrichtung von KIM wird je Betriebsstätte mit einer Einrichtungspauschale von einmalig 100 Euro sowie einer KIM-Betriebskostenpauschale von 23,40 Euro pro Quartal finanziert. Nach derzeitigem Stand enthält die TI-Finanzierung keine zusätzlichen Pauschalen zur Kostenerstattung des eAU-PVS-Updates und zur Vergütung des Versands der eAU an die Krankenkassen.

Kostenpauschalen für den Versand von AU-Bescheinigungen per Post

  • GOP 40130 (0,81 €): Die Kostenpauschale kann in Fällen berechnet werden, in denen der Arzt - nachdem der Patient die Praxis bereits verlassen hat - feststellt, dass die digitale Erstellung oder Datenübermittlung der eAU an die Krankenkasse wegen einer Störung der TI oder anderer IT-Komponenten nicht möglich ist und diese auch nicht bis zum Ende des nachfolgenden Werktags nachgeholt werden kann. Die unterschriebene Papierbescheinigung (nicht Muster 1) wird dann an die zuständige Krankenkasse versendet.
  • GOP 40131 (0,81 €): Die Kostenpauschale kann in Fällen berechnet werden, in denen der Arzt im Nachgang eines Hausbesuches die eAU für die Krankenkasse in der Praxis erstellt und zwei unterschriebene Ausdrucke (nicht Muster 1) per Post an den Patienten sendet.

Ersatzverfahren

  • Ist der Versand der eAU nicht möglich, werden die eAU-Daten vom PVS gespeichert und versandt, sobald dies wieder möglich ist.
  • Für mögliche Störungen der TI oder anderer IT-Komponenten wurde zudem ein papierbasiertes Ersatzverfahren vereinbart:
    • Szenario 1 - Die Störung ist dem Vertragsarzt bekannt und der Patient ist noch in der Praxis: Der Arzt händigt dem Patienten die unterschriebene Papierbescheinigung für die Krankenkasse aus und der Versicherte versendet diese selbst.
    • Szenario 2 - Die Störung wird erst bemerkt, wenn der Patient die Praxis verlassen hat: Sofern der eAU-Versand bis zum Ende des nachfolgenden Werktages nicht nachgeholt werden kann, versendet die Praxis die unterschriebene Papierbescheinigung an die zuständige Krankenkasse.

Hinweis: Die Papierbescheinigung für die Krankenkasse wird im Ersatzverfahren analog der Bescheinigungen für den Arbeitgeber und den Patienten anhand einer Formatvorlage im PVS erstellt und ausgedruckt (siehe Abschnitt Vorgehensweise). Da das Muster 1 mit Ablauf der Übergangsregelung nicht mehr gültig ist, darf dieses auch im Ersatzverfahren nicht mehr eingesetzt werden.

Hausbesuche

Bei Hausbesuchen ist es entweder möglich die vorab ausgedruckte blanko AU-Formatvorlage händisch zu befüllen und die eAU später in der Praxis elektronisch an die Krankenkasse zu übermitteln, oder die Ausstellung der AU erfolgt komplett anschließend in der Praxis d.h. auch die Papierbescheinigungen werden nachträglich aus der Praxis an den Patienten verschickt.

Die elektronische Übermittlung der Daten an die Krankenkasse muss bis zum Ende des folgenden Werktages erfolgen.