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Podologische Therapie

Die Podologische Therapie ist verordnungsfähig, wenn ein diabetisches Fußsyndrom mit Neuropathie und/oder Angiopathie ohne Hautdefekt (Wagner-Stadium 0, d. h. ohne Hautulkus) vorliegt. Ziel ist die Wiederherstellung, Verbesserung und Erhaltung der physi-ologischen Funktion der Haut und Zehennägel.

Die Behandlung von Hautdefekten und Entzündungen (Wagner Stadium 1-5) sowie von eingewachsenen Zehennägeln ist eine ärztliche Leistung, die nicht per Verordnung delegiert werden kann. Auch eine Spangenbehandlung (Orthonyxiespangen) ist eine ärztliche Leistung. Bitte stellen Sie ggf. einen Überweisungsschein zum Fachkollegen (z. B. Chirurgie, Dermatologie oder Orthopädie) aus, aber keinesfalls eine Verordnung auf Muster 13 oder 16! Liegt keine Diabetes-Erkrankung vor, scheidet die Verordnung einer podologischen Therapie von vornherein aus!

Die Podologische Therapie umfasst das verletzungsfreie Abtragen bzw. Entfernen von krankhaften Hornhautverdickungen, das Schneiden, Schleifen und Fräsen von krankhaft verdickten Zehennägeln sowie die Behandlung von Zehennägeln mit Tendenz zum Einwachsen.

Die Maßnahmen im Einzelnen:

  • Hornhautabtragung: Die Abtragung der verdickten Hornhaut dient der Vermeidung von drohenden Hautschädigungen wie Fissuren, Ulzera und Entzündungen durch spezifische Techniken der Schälung und des Schleifens der Haut unter Schonung der Keimschicht.
  • Nagelbearbeitung: Die Nagelbearbeitung dient der verletzungsfreien Beseitigung abnormer Nagelbildungen zur Vermeidung von drohenden Schäden an Nagelbett und Nagelwall durch spezifische Techniken wie Schneiden, Schleifen und/oder Fräsen.
  • Podologische Komplexbehandlung (Hornhautabtragung und Nagelbearbeitung): Die Podologische Komplexbehandlung dient der gleichzeitigen Hornhautabtragung und Nagelbearbeitung, sofern diese medizinisch erforderlich sind.
  • Eine geschlossene Fehlbeschwielung (Wagner-Stadium 0) an einem anderen Ort an einem Fuß mit bereits vorliegenden Hautdefekten und Entzündungen im Bereich Wagner-Stadium 1-5, welche einer Behandlung podologischer Maßnahmen bedarf, darf durch einen Podologen behandelt werden.

Ausstellen einer Verordnung

Verordnungsfähigkeit

Vor der Erstverordnung einer Podologischen Therapie ist eine Eingangsdiagnostik notwendig. Hierbei müssen Sie störungsbildabhängig die folgenden Maßnahmen durchführen, veranlassen oder zeitnah erhobene Fremdbefunde heranziehen:

  • Angiologischer Befund Als Hinweis auf das Vorliegen einer Angiopathie kann ein ABI (Ancle Brachial Index) < 0,9 gelten.
  • Neurologischer Befund Als Hinweis auf das Vorliegen einer Neuropathie können pathologische Befunde gelten, erhoben mit z. B. dem Semmes-Weinstein Mono-filament 5.07, der 128-Hz-Stimmgabel, dem pathologischen Reflexstatus (im Besonderen PSR und ASR) sowie der trockene Fuß als vegetatives Zeichen.
  • Dermatologischer Befund
  • Muskulo-skeletaler Befund des Fußes, festgestellt an Deformitäten ggf. als erstes Zeichen einer motorischen Neuropathie

Jede Folgeverordnung der Podologischen Therapie setzt eine erneute störungsbildabhängige Erhebung des aktuellen Fußbefundes voraus. Das Befundergebnis muss auf dem Verordnungsvordruck angegeben werden.

Das nachträgliche Ausstellen von Verordnungen ist unzulässig. Ein Befund ist grundsätzlich vor einer Verordnung zu erheben. Bitte achten Sie bei Wunschverordnungen darauf!

Verordnungsfähigkeit podologischer Therapie

"Ausfüllhilfe"

Die Vordrucke sind vom Vertragsarzt mit dem Arztstempel zu versehen und persönlich zu unterzeichnen, eingescannte Unterschriften sind unzulässig.

Ausfüllhilfe "Podologie"

ICD-10-GM

Seit 1. Juli 2014 ist immer der ICD-10-GM-Code anzugeben, und zwar "endstellig". Das bedeutet, dass der ICD-10-GM-Code einschließlich der letzten Stelle definiert werden muss (Beispiel:  G35.20, nicht nur G35.2- oder G35.-). Unterstützt das Praxisverwaltungssystem (PVS) die Eingabe beziehungsweise Auswahl der endstelligen Codes nicht, sollten Sie sich an ihren Softwareanbieter wenden.

Um die Identifikation der besonderen Verordnungsbedarfe im Vorfeld einer Wirtschaftlichkeitsprüfung eindeutig sicherzustellen, wurde zum 1. Januar 2017 ein zweites elektronisch lesbares ICD-10-Feld auf die Verordnungsformulare aufgebracht. Es besteht keine Verpflichtung, dieses zweite ICD-10-Feld zu befüllen.

Der zweite ICD-10-Code ist lediglich erforderlich, um bestimmte besondere Verordnungsbedarfe (z. B. postoperative Versorgung, Angabe einer Myelopathie oder Radikulopathie bei Bandscheibenschäden) geltend zu machen.

Prüfpflicht

Leistungserbringer von Heilmitteln sind verpflichtet, alle Verordnungen auf Vollständigkeit und Richtigkeit zu prüfen.

Heilmittelerbringer haben eine Prüfpflicht