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Videosprechstunde nach § 291g SGB V

Gerade bei langen Anfahrtswegen oder nach Operationen können telemedizinische Leistungen eine sinnvolle Hilfe sein, so wie die Videosprechstunde, die seit dem 1. April 2017 durchgeführt und abgerechnet werden kann. Ärzte können ihren Patienten dabei mittels Videodienst die weitere Therapie erläutern oder den Heilungsprozess einer Operationswunde begutachten. So müssen Patienten nicht für jeden Termin in die Praxis kommen.

Die Videosprechstunde wurde zum 1. April 2019 für alle Indikationen geöffnet. Um die Möglichkeiten der Videosprechstunde auszuweiten, wurde der EBM entsprechend angepasst. Die Einschränkung auf bestimmte Indikationen wurde aufgehoben. Neu ist, dass jetzt auch Psychotherapeuten die Videosprechstunde abrechnen können.

Seit 1. Oktober 2019 zahlen die gesetzlichen Krankenkassen Ärzten und Psychotherapeuten, die Videosprechstunden durchführen, eine Anschubfinanzierung. Diese kann bis zu 500 Euro pro Praxis und Quartal betragen. Die Fördermöglichkeit gilt für zwei Jahre. Details siehe rechts unter "BA-Beschluss".

Zudem wird die Videosprechstunde seit dem 1. Oktober 2019 über die fachgruppenspezifischen Versicherten- und Grundpauschalen (ausgenommen GOP 03030, 04030, 12220, 12225) und die strahlentherapeutische Konsiliarpauschale GOP 25214 vergütet, statt wie bisher über die GOP 01439.

Bei einem ausschließlichen Kontakt per Video im Behandlungsfall werden die Pauschale und die ggf. sich darauf beziehenden Zuschläge gekürzt. Detaillierte Informationen zur Vergütung der Videosprechstunde siehe rechts unter "Praxisnachrichten".

Ärzte, die Videosprechstunden ausführen und abrechnen wollen, müssen eine entsprechende Genehmigung (Formular siehe rechts) beantragen.

Arztpraxis: Anforderungen für Videosprechstunden

Die apparative Ausstattung muss folgende Komponenten umfassen:

  • einen Bildschirm (Monitor, Display etc. - Bildschirmdiagonale von mindestens 3 Zoll, Auflösung von mindestens 640x480 px)
  • eine Kamera
  • ein Mikrofon
  • einen Lautsprecher bzw. ein Tonwiedergabegerät

Es muss mindestens eine Bandbreite von 2.000 kbit/s im Download zur Verfügung stehen.

Videodienstanbieter: Datenschutz und Qualität

Folgende Anforderungen, die gegenüber der KVB nachzuweisen bzw. zu bestätigen sind, muss der Videodienstanbieter erfüllen:

  • Der Arzt muss sich für den Videodienst registrieren.
  • Patienten müssen sich ohne Account anmelden können.
  • Der Arzt muss die Videosprechstunde ungestört, zum Beispiel ohne Signalgeräusche weiterer Anrufer, durchführen können.
  • Die Videosprechstunde erfolgt über eine Peer-to-Peer-Verbindung, ohne Nutzung eines zentralen Servers.
  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung muss gewährleistet sein.
  • Die eingesetzte Software muss bei Schwankungen der Verbindungsqualität bezüglich der Ton- und Bildqualität adaptiv sein.
  • Sämtliche Inhalte der Videosprechstunde dürfen durch den Videodienstanbieter weder eingesehen noch gespeichert werden.
  • Videodienstanbieter dürfen nur Server in der EU nutzen. Alle Metadaten müssen nach spätestens drei Monaten gelöscht werden. Die Weitergabe der Daten ist untersagt.
  • Die Nutzungsbedingungen müssen vollständig in deutscher Sprache und auch ohne vorherige Anmeldung online abrufbar sein.
  • Das Schalten von Werbung im Rahmen der Videosprechstunde ist untersagt.
  • Der Videodienst muss Nachweise / Zertifikate über Datenschutz, Informationssicherheit und Inhalt führen.

Hinweis: Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen kann die KVB keine Auskünfte erteilen über mögliche Videodienstanbieter. Jedoch hat die KBV eine Liste der ihr bisher bekannten zertifizierten Videodienstanbieter veröffentlicht. Mehr Infos dazu unter "KBV-Informationen" (siehe rechts oben) .

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Der Zugang zum Mitgliederportal ist über KV-Ident Plus, KV-SafeNet oder die Telematikinfrastruktur (TI) möglich.

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