SQS

Nierenersatztherapie bei chronischem Nierenversagen (NET)

Am 1. Januar 2020 startet das neue sektorenübergreifende Qualitätssicherungsverfahren "Nierenersatztherapie bei chronischem Nierenversagen einschließlich Pankreastransplantationen" (QS NET).

Die bestehende Qualitätssicherungsrichtlinie Dialyse (QSD-RL) mit dem QS-Verfahren Dialyse wird damit abgelöst.

Das Verfahren QS NET dreht sich um die Versorgung von Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat dafür 15 Indikatoren festgelegt, anhand derer die Qualität gemessen und bewertet werden soll.

Die Ziele des Verfahrens:

  • Förderung der Kooperation zwischen Dialyseeinrichtungen und Transplantationszentren
  • Förderung der Behandlungsqualität in Bezug auf Dialysen und Transplantationen
  • Verringerung der Komplikationsraten im Rahmen der Dialysebehandlung bzw. nach der Transplantation

Aktuelles und Beachtenswertes

Bewertung der Dokumentationen zukünftig durch die LAG

Die Landesarbeitsgemeinschaft zur sektorenübergreifenden Qualitätssicherung in Bayern (LAG) übernimmt ab 1. Januar 2020 auf Landesebene die Bewertung der Auswertungsergebnisse von QS NET und die Einleitung von Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung.  

Die LAG richtet dafür eine Fachkommission mit Bearbeitungsschwerpunkt "Dialyse" ein, die ähnlich der Qualitätssicherungs-Kommission "Dialyse" agiert und die Daten aus medizinischer Sicht bewertet. Sie setzt sich aus drei Vertretern der vertragsärztlichen Versorgung und jeweils einem Vertreter der Krankenhäuser und Krankenkassen zusammen. Wenn die Fachkommission Auffälligkeiten feststellt, leitet die LAG ein Stellungnahmeverfahren ein, das von der KVB durchgeführt wird.

Datenerhebung auch für Kinder und Jugendliche

Die themenspezifische Bestimmung stellt nun klar, dass verfahrensspezifische Kennzahlen für Patientinnen und Patienten unter 18 Jahren in der Anlage I aufgeführt werden (§ 8 DeQS-RL, Teil 2 QS NET).

Die Kennzahlenliste Dialyse ist entsprechend ergänzt worden. Die Kennzahlen für Kinder und Jugendliche sind eine Kopie der Qualitätsindikatoren und Transparenzkennzahlen für erwachsene Dialysepatientinnen und Dialysepatienten.

Bereitstellung von Zwischenberichten ab 2023

Die Zwischenberichte stehen Ihnen frühestens ab folgenden Stichtagen zur Verfügung:

  • ab 15. Juli für 1. Quartal     
  • ab 30. September für 1. und 2. Quartal       
  • ab 31. Dezember für 1., 2. und 3. Quartal
  • ab 31. Mai für 1., 2., 3. und 4. Quartal und Gesamtauswertung des vollständigen Erfassungsjahres

Neues Datenfeld "Unbekannt" im Dokumentationsbogen

Der Dokumentationsbogen der fallbezogenen Dokumentation des Verfahrens QS NET wurde zum Erfassungsjahr 2022 um einige Felder erweitert. So wurde für einige Fragen die Antwortmöglichkeit "Unbekannt" geschaffen, z. B.

  • Beginn der Dialysetherapie (Datum der Erstdialyse) unbekannt
  • Datum der Nierentransplantation unbekannt
  • Körpergewicht nach der Dialysebehandlung unbekannt
  • Ende wesentliches Ereignis (noch) unbekannt

Sie sollten die Möglichkeit, diese "unbekannt"-Fragen mit "ja" zu beantworten, ausschließlich in wirklich zutreffenden Fällen nutzen, um das Risiko einer rechnerischen Auffälligkeit und damit eine mögliche Teilnahme am Stellungnahmeverfahren zu minimieren.

Vergütungsabschläge bei fehlender Dokumentation voraussichtlich ab 2023

Da der G-BA zur fehlenden QS-Dokumentation noch keine Regelungen getroffen hat, können auch für das Erfassungsjahr 2021 keine Vergütungsabschläge erhoben werden. Die fehlenden Regelungen sollen durch den G-BA bis zum 31. Dezember 2022 beschlossen werden.

Das erste Jahr, in dem Vergütungsabschläge erfolgen können, wird somit voraussichtlich 2023 sein.

Datenlieferfristen

Die Dokumentationsbögen sollen möglichst quartalsweise zu folgenden Einreichungsfristen übermittelt werden:

  • 1. Quartal: Einreichung bis 15. Mai
  • 2. Quartal: Einreichung bis 15. August
  • 3. Quartal: Einreichung bis 15. November
  • 4. Quartal: Einreichung bis 28. Februar des Folgejahres
  • Korrekturen: Einreichung bis 15. März des Folgejahres

Verpflichtende Patientenbefragung frühestens ab 2023

Voraussichtlich wird die Patientenbefragung zu QS NET die zweite Patientenbefragung sein, die in einem Verfahren der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung starten wird. Der konkrete Starttermin ist noch nicht benannt, jedoch ist nach derzeitiger Einschätzung nicht vor 2023 damit zu rechnen.

Zunächst muss die Spezifikation, die der G-BA am 21. Oktober 2021 beauftragt hat, durch das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) erstellt und durch die Softwareanbieter technisch umgesetzt werden. Des Weiteren müssen die themenspezifischen Bestimmungen der QS NET zuvor um Inhalte der Patientenbefragung ergänzt und die Fragebogenlogistik in der Versendestelle aufgebaut werden.