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Telematikinfrastruktur

Elektronische Patientenakte (ePA)

Die elektronische Patientenakte (ePA) ist Teil der Telematikinfrastruktur (TI) und ein zentraler Baustein der bundesweit vernetzten Gesundheitsversorgung. Sie unterstützt Patienten dabei, Ärzten medizinisch relevante Gesundheitsdaten zur Verfügung zu stellen, und soll durch den ermöglichten Zugriff auf Dokumente von Behandlungen außerhalb der Praxis Transparenz über Behandlungsabläufe schaffen.

Durch ihre künftige sektoren- und einrichtungsübergreifende Verfügbarkeit vernetzt sie die an der Behandlung des Patienten beteiligten Akteure im Gesundheitswesen und ermöglicht ihnen einen sicheren und schnellen Dokumentenaustausch über den zentralen Ablageort ePA.  

ePA-Informationsveranstaltung der gematik am 21. April 2021

In einer Online-Veranstaltung am 21. April 2021 bietet die gematik Ärzten und Psychotherapeuten die Möglichkeit, sich über die Einführung der ePA, Anwendungsfälle im Praxisalltag sowie haftungsrechtliche Aspekte zu informieren. Die kostenlose Veranstaltung findet digital am 21. April 2021 von 17:00-18:30 Uhr statt.

zur Anmeldung

Inhalt und Pflichten

In der elektronischen Patientenakte (ePA) können zunächst Daten zu Befunden, Diagnosen, durchgeführten und geplanten Therapiemaßnahmen, ebenso wie Behandlungsberichte, Arztbriefe und sonstige untersuchungs- und behandlungsbezogene medizinische Informationen auf Wunsch des Patienten gespeichert werden. Auch strukturierte Daten wie der Notfalldatensatz (NFD) oder der elektronische Medikationsplan (eMP) können in der ePA abgelegt werden.

Später werden schrittweise der Impfausweis, der Mutterpass, das Untersuchungsheft für Kinder, das Zahnbonusheft, eRezepte und Arbeitsunfähigkeitsdaten folgen. Der Patient bestimmt, welche Daten in der ePA gespeichert und wieder gelöscht werden und wer darauf Zugriff hat.

Seit 1. Januar 2021 müssen die gesetzlichen Krankenkassen ihren Versicherten die ePA anbieten und den Zugang zur Akte in Form einer App ermöglichen.

Ärzte und Psychotherapeuten müssen die Voraussetzungen zur Befüllung und zum Auslesen der ePA in ihren Praxen schaffen, sobald die erforderlichen technischen Komponenten für Praxen verfügbar sind - laut gesetzlicher Vorgabe bis spätestens 30. Juni 2021. Andernfalls droht eine Kürzung des Honorars um ein Prozent. Sie sind zudem verpflichtet, die ePA mit Daten aus dem aktuellen Behandlungskontext zu befüllen, sofern der Patient dies wünscht. Für Patienten ist die ePA freiwillig.

Technische Voraussetzungen

  • Anbindung an die TI
  • Update des Konnektors auf den ePA-Konnektor (Update-Stufe PTV 4)
  • ePA-Modul im Praxisverwaltungssystem (PVS)
  • eHBA G2 organisatorisch vorgeschrieben und technisch zur Signatur bestimmter Datensätze
  • Patienten-PIN ggf. für den Zugriff auf die ePA. Diese erhält der Patient von seiner Krankenkasse.

Ansprechpartner für weitere Informationen, insbesondere zur Verfügbarkeit der Konnektor- und PVS-Updates, ist der praxiseigene IT-Servicedienstleister oder PVS-Hersteller.

Finanzierung (Erstattungspauschalen)

Für die TI-Anwendung elektronische Patientenakte wurden folgende Finanzierungspauschalen je Betriebsstätte festgelegt: Das Update auf den ePA-Konnektor wird mit einer Pauschale in Höhe von 400 Euro und das ePA-PVS-Modul mit einer Pauschale in Höhe von 150 Euro finanziert. Zusätzlich erfolgt eine weitere Erhöhung der im Rahmen der TI-Erstausstattung gezahlten Betriebskosten um 4,50 Euro pro Quartal.

Vergütung

GOP 01647 - Zusatzpauschale zu den Versicherten-, Grund- und Konsiliarpauschalen sowie den Leistungen des Abschnitts 1.7 (ausgenommen in-vitro-diagnostische Leistungen) im Zusammenhang mit der ePA

  • EBM-Bewertung: 15 Punkte (Preis B€GO: 1,67 Euro)
  • obligater Leistungsinhalt
    • Erfassung und/oder Verarbeitung und/oder Speicherung von Daten nach § 341 Absatz 2 Nrn. 1 bis 5 und 10 bis 13 SGB V aus dem aktuellen Behandlungskontext für eine einrichtungs-, fach- und sektorenübergreifende Dokumentation über den Patienten in der elektronischen Patientenakte
    • Prüfung, ob erhebliche therapeutische Gründe oder sonstige erhebliche Rechte Dritter einer Übermittlung in die elektronischen Patientenakte entgegenstehen
    • Prüfung und ggf. Ergänzung der zu den Dokumenten gehörenden Metadaten
  • fakultativer Leistungsinhalt
    • Einholung der Zugriffsberechtigung vom Patienten zur Datenverarbeitung in dessen elektronischer Patientenakte
  • einmal im Behandlungsfall berechnungsfähig
  • nicht berechnungsfähig, wenn im selben Behandlungsfall die Pauschale für die sektorenübergreifende Erstbefüllung (zehn Euro) abrechnet wird.

GOP 01431 - Zusatzpauschale zu den GOPen 01430, 01435 und 01820 für ärztliche Tätigkeiten im Zusammenhang mit der ePA

  • EBM-Bewertung: drei Punkte (Preis B€GO: 0,33 Euro)
  • obligater Leistungsinhalt
    • Erfassung und/oder Verarbeitung und/oder Speicherung von Daten nach § 341 Absatz 2 Nrn. 1 bis 5 und 10 bis 13 SGB V für eine einrichtungs-, fach- und sektorenübergreifende Dokumentation über den Patienten in der elektronischen Patientenakte ohne persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt
    • Prüfung, ob erhebliche therapeutische Gründe oder sonstige erhebliche Rechte Dritter einer Übermittlung in die elektronischen Patientenakte entgegenstehen
    • Prüfung und ggf. Ergänzung der zu den Dokumenten gehörenden Metadaten
  • maximal viermal im Arztfall berechnungsfähig
  • mit Ausnahme der GOPen 01430, 01435 und 01820 im Arztfall nicht neben anderen Gebührenordnungspositionen und nicht mehrfach an demselben Tag berechnungsfähig

Für die sektorenübergreifende Erstbefüllung der ePA sieht der Gesetzgeber eine Pauschale von zehn Euro vor. Die konkreten Regelungen zur Vergütung der ePA-Erstbefüllung werden derzeit noch verhandelt.

 

Zugriff

Ärzte und Psychotherapeuten können erst auf die ePA zugreifen, wenn der Patient seine Einwilligung und Freigabe erteilt hat. Der Patient kann den Zugriff auf die Dokumente in der ePA für die jeweilige Praxis über seine ePA-App freischalten oder direkt vor Ort in der Praxis mit seiner eGK und PIN-Eingabe. In einer späteren Ausbaustufe können die Berechtigungen für jedes Dokument einzeln erteilt werden. Der Patient kann die Zugriffsberechtigungen jederzeit widerrufen.

Der Abruf der ePA-Daten durch den Arzt oder Psychotherapeuten darf nur aufgrund einer konkreten Behandlungssituation erfolgen.

Zugang zu Meine KVB

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