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SQS

Nierenersatztherapie bei chronischem Nierenversagen (NET)

Am 1. Januar 2020 startet das neue sektorenübergreifende Qualitätssicherungsverfahren "Nierenersatztherapie bei chronischem Nierenversagen einschließlich Pankreastransplantationen" (QS NET).

Die bestehende Qualitätssicherungsrichtlinie Dialyse (QSD-RL) mit dem QS-Verfahren Dialyse wird damit abgelöst.

Das Verfahren QS NET dreht sich um die Versorgung von Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat dafür 15 Indikatoren festgelegt, anhand derer die Qualität gemessen und bewertet werden soll.

Die Ziele des Verfahrens:

  • Förderung der Kooperation zwischen Dialyseeinrichtungen und Transplantationszentren
  • Förderung der Behandlungsqualität in Bezug auf Dialysen und Transplantationen
  • Verringerung der Komplikationsraten im Rahmen der Dialysebehandlung bzw. nach der Transplantation

Aktuelles und Beachtenswertes

Jahresrückmeldebericht 2021

Für das sQS-Verfahren QS NET - Dialyse wird der Jahresrückmeldebericht für das Erfassungsjahr 2021 vom IQTIG verspätet bereitgestellt. Sie können diesen voraussichtlich, gemeinsam mit weiterführenden Informationen, im Mitgliederportal ab Anfang bzw. Mitte August 2022 abrufen.

Da aufgrund der vorliegenden Datengrundlage Klärungsbedarf besteht werden keine Stellungnahmeverfahren für das Erfassungsjahr 2021 eingeleitet. Die Jahresrückmeldeberichte werden mit dem Hinweis der möglicherweise eingeschränkten Datenvalidität bereitgestellt.

Weitere Informationen

Bewertung der Dokumentationen zukünftig durch die LAG

Die Landesarbeitsgemeinschaft zur sektorenübergreifenden Qualitätssicherung in Bayern (LAG) übernimmt ab 1. Januar 2020 auf Landesebene die Bewertung der Auswertungsergebnisse von QS NET und die Einleitung von Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung.  

Die LAG richtet dafür eine Fachkommission mit Bearbeitungsschwerpunkt "Dialyse" ein, die ähnlich der Qualitätssicherungs-Kommission "Dialyse" agiert und die Daten aus medizinischer Sicht bewertet. Sie setzt sich aus drei Vertretern der vertragsärztlichen Versorgung und jeweils einem Vertreter der Krankenhäuser und Krankenkassen zusammen. Wenn die Fachkommission Auffälligkeiten feststellt, leitet die LAG ein Stellungnahmeverfahren ein, das von der KVB durchgeführt wird.

Datenerhebung auch für Kinder und Jugendliche

Die themenspezifische Bestimmung stellt nun klar, dass verfahrensspezifische Kennzahlen für Patientinnen und Patienten unter 18 Jahren in der Anlage I aufgeführt werden (§ 8 DeQS-RL, Teil 2 QS NET).

Die Kennzahlenliste Dialyse ist entsprechend ergänzt worden. Die Kennzahlen für Kinder und Jugendliche sind eine Kopie der Qualitätsindikatoren und Transparenzkennzahlen für erwachsene Dialysepatientinnen und Dialysepatienten.

Fehlerhafte Zwischenberichte (Erfassungsjahr 2021)

In den Zwischenberichten zum Erfassungsjahr 2021 kam es zu einer fehlerhaften Berechnung des Indikators 572006 "Dialysedauer pro Woche" sowie der zugehörigen Kennzahl 572053 "Dialysedauer pro Woche bei Patientinnen und Patienten unter 18 Jahren".

Bei der Berechnung des Indikators bzw. der Kennzahl wurden Patientinnen und Patienten mit wechselnden Dialyseverfahren (beispielsweise Hämodialyse und Hämodiafiltration) nicht ausgeschlossen, obwohl die Erfassung der Dialysedauer bis zum Erfassungsjahr 2022 ausschließlich für Patientinnen und Patienten mit Hämodialyse erfolgt (nicht aber bei Hämofiltration, Hämodiafiltration, kontinuierlicher Peritonealdialyse und intermittierender Peritonealdialyse). In der Konsequenz führte dies bei der Berechnung des Indikators dazu, dass die Dialysedauer in Zeiträumen, in denen die Patientin / der Patient beispielsweise eine Hämodiafiltration erhielt, 0 Stunden beträgt. Somit zeigt das Indikatorergebnis eine ggf. ungerechtfertigte rechnerische Auffälligkeit in diesem Indikator an.

Frühzeitige Bereitstellung von Zwischenberichten ab 2022

Wegen der Vorverlegung der quartalsweisen Datenlieferfristen wird der Zeitraum bis zur Zustellung der Zwischenberichte reduziert, um frühzeitig auf etwaige rechnerische Auffälligkeiten reagieren zu können.

Die Zwischenberichte stehen Ihnen ab folgenden Stichtagen zur Verfügung:

  • ab 15. Juni für 1. Quartal     
  • ab 15. September für 1. und 2. Quartal       
  • ab 15. Dezember für 1., 2. und 3. Quartal
  • ab 31. Mai für 1., 2., 3. und 4. Quartal und Gesamtauswertung des vollständigen Erfassungsjahres

Neues Datenfeld "Unbekannt" im Dokumentationsbogen

Der Dokumentationsbogen der fallbezogenen Dokumentation des Verfahrens QS NET wurde zum Erfassungsjahr 2022 um einige Felder erweitert. So wurde für einige Fragen die Antwortmöglichkeit "Unbekannt" geschaffen, z. B.

  • Beginn der Dialysetherapie (Datum der Erstdialyse) unbekannt
  • Datum der Nierentransplantation unbekannt
  • Körpergewicht nach der Dialysebehandlung unbekannt
  • Ende wesentliches Ereignis (noch) unbekannt

Sie sollten die Möglichkeit, diese "unbekannt"-Fragen mit "ja" zu beantworten, ausschließlich in wirklich zutreffenden Fällen nutzen, um das Risiko einer rechnerischen Auffälligkeit und damit eine mögliche Teilnahme am Stellungnahmeverfahren zu minimieren.

Vergütungsabschläge bei fehlender Dokumentation voraussichtlich ab 2023

Da der G-BA zur fehlenden QS-Dokumentation noch keine Regelungen getroffen hat, können auch für das Erfassungsjahr 2021 keine Vergütungsabschläge erhoben werden. Die fehlenden Regelungen sollen durch den G-BA bis zum 31. Dezember 2022 beschlossen werden.

Das erste Jahr, in dem Vergütungsabschläge erfolgen können, wird somit voraussichtlich 2023 sein.

Verkürzte Datenlieferfristen ab 2022

Der G-BA hat Änderungen in Teil 2 der DeQS-RL zum Erfassungsjahr 2022 beschlossen.

Als wichtigste Änderung wurden die Fristen für die Datenlieferungen angepasst - sowohl für die Leistungserbringer als auch für die Weiterleitung der Daten in den Datenannahmestellen - sowie für die Berichterstellung durch das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG). Sie treten zum 1. Januar 2022 in Kraft und gelten erstmals für die Übermittlung der elektronischen Dokumentationen des ersten Quartals 2022.

Die Dokumentationsbögen sollen möglichst quartalsweise zu folgenden neuen Einreichfristen übermittelt werden:

  • 1. Quartal: NEU Einreichung bis 15. April (bisher 15. Mai)
  • 2. Quartal: NEU Einreichung bis 15. Juli (bisher 15. August)
  • 3. Quartal: NEU Einreichung bis 15. Oktober (bisher 15. November)
  • 4. Quartal: NEU Einreichung bis 15. Februar des Folgejahres (bisher 28. Februar)
  • Korrekturen: NEU Einreichung bis 22. Februar des Folgejahres (bisher 15. März)

Verpflichtende Patientenbefragung frühestens ab 2023

Voraussichtlich wird die Patientenbefragung zu QS NET die zweite Patientenbefragung sein, die in einem Verfahren der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung starten wird. Der konkrete Starttermin ist noch nicht benannt, jedoch ist nach derzeitiger Einschätzung nicht vor 2023 damit zu rechnen.

Zunächst muss die Spezifikation, die der G-BA am 21. Oktober 2021 beauftragt hat, durch das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) erstellt und durch die Softwareanbieter technisch umgesetzt werden. Des Weiteren müssen die themenspezifischen Bestimmungen der QS NET zuvor um Inhalte der Patientenbefragung ergänzt und die Fragebogenlogistik in der Versendestelle aufgebaut werden.