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Gemeinsame Presseinformation vom 02.03.2018

Bayerisches Gesundheitsministerium fördert Telemedizinprojekt in Bayern – Verbesserung der Versorgungsqualität von Menschen mit Diabetes

München, 2. März 2018: Um die Behandlung von Menschen mit Diabetes, die mehrmals täglich Insulin spritzen, zu verbessern, startete im Januar 2018 ein durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gefördertes bayernweites Telemedizin-Pilotprojekt. Träger des Projektes ist die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband niedergelassener Diabetologen in Bayern (bndb) und mit Unterstützung der Bayerischen TelemedAllianz (BTA) sowie eines Industriepartners. Die Patienten erheben dabei ihr vollständiges Glukoseprofil mit dem "Free-Style Libre"-Messsystem und übermitteln die Daten in das webbasierte Diabetes-Management-System "LibreView". Dieses kann jederzeit und räumlich unabhängig vom behandelnden Diabetologen als Basis für fundierte Therapieempfehlungen eingesehen und ausgewertet werden. Mit dem Projekt soll gezeigt werden, dass unzureichend eingestellte Patienten von einer engmaschigen und zielgerichteten Betreuung via Telemedizin profitieren können. Um Telemedizin allen Menschen mit Diabetes zur Verfügung stellen zu können, ist allerdings Voraussetzung, dass auch entsprechende Rahmenbedingungen für die angemessene Vergütung telemedizinischer Leistungen geschaffen werden.

Die Versorgung von Patienten mit Diabetes mellitus ist eine Herausforderung für Ärzte und Patienten gleichermaßen. Eine konsequente Stoffwechselführung ist hierbei grundlegend, um das Risiko von Folgeerkrankungen, wie schweren Herz-Kreislauferkrankungen, chronischem Nierenversagen oder dem diabetischen Fußsyndrom, zu reduzieren. Alle Menschen mit Typ 1-Diabetes und viele mit Typ 2-Diabetes sollen im Rahmen einer intensivierten Insulintherapie mindestens viermal täglich den Glukosewert messen, die Werte notieren und regelmäßig den Diabetologen aufsuchen. Die Umsetzung im Alltag fällt jedoch oft schwer. Viele Patienten messen deutlich seltener, vernachlässigen die Dokumentation und wohnen weit entfernt von ihrem behandelnden Arzt oder sind beruflich zu eingespannt, um eine regelmäßige Kontrolle ihrer Zuckerwerte durchzuführen. Innovative Glukosemesssysteme und digitale Ansätze bieten das Potential, bestehende Hürden für ein gutes Diabetes-Management – vor allem bei Patienten mit einer intensivierten Insulintherapie – zu überwinden.  

"Der Einsatz digitaler Technologien ist aus dem Gesundheitswesen nicht mehr wegzudenken. Er ist allerdings nur dann sinnvoll und zum Nutzen der Patienten, wenn er von ärztlicher Expertise und hoher Qualifikation geleitet wird. Insbesondere im Bereich der ambulanten Behandlung von Menschen, die an Diabetes erkrankt sind, sehen wir das Potential, mit der Unterstützung von Telemedizin die Versorgung zu optimieren", erläutert der Vorstand der KVB, Dr. Wolfgang Krombholz, Dr. Pedro Schmelz und Dr. Claudia Ritter-Rupp.

Die digitale, webbasierte Diabetes-Management-Lösung "LibreView" wird im Rahmen des Projektes eine kontinuierliche Kommunikation zwischen teilnehmenden Diabetologen und Menschen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2 ermöglichen und den persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt ergänzen. Während der sechsmonatigen Interventionsphase messen die Patienten ihre Glukosewerte mit Hilfe eines Glukosemesssystems (Flash Glukose Messung) und laden diese anschließend in das Cloud-basierte Diabetes-Management-System hoch.

Der diabetologisch erfahrene Arzt kann die Daten an seinem Arbeitsplatz abrufen und sieht auf einen Blick das vollständige glykämische Profil sowie Muster und Trends seiner Patienten auf Basis standardisierter Berichte. Die gezeigten Informationen geben Hinweise für eine optimierte Behandlung in Medikation und Therapie und dienen als Basis für etwaige Therapieempfehlungen. Voreingestellte Filter- und individualisierbare Markierungsfunktionen geben Hilfestellungen für ein strukturiertes Patientenmanagement. Telefonisch oder via E-Mail erhält der Patient ein medizinisches Feedback über seinen Wochenverlauf.

Eine begleitende Evaluation soll zeigen, inwieweit eine kontinuierliche Therapieoptimierung, eine Verbesserung der Effizienz der Behandlungsabläufe sowie des Empowerments bei Menschen mit Diabetes mit Hilfe von Telemedizin erreicht werden kann. "Der Zug von digitalen Lösungen und damit auch telemedizinischen Leistungen nimmt weiter an Fahrt auf. Das Projekt ist daher eine wichtige Basis dafür, dass telemedizinische Leistungen der Ärzte die Anerkennung finden, die ihnen gebührt, und von den Krankenkassen auch angemessen vergütet werden", so Prof. Dr. Siegfried Jedamzik, Geschäftsführer der Bayerischen TelemedAllianz.

"Von einem solchen Verfahren profitieren sowohl Arzt als auch Patient", berichtet Dr. Christoph Neumann, Vorstandsmitglied des Berufsverbandes niedergelassener Diabetologen in Bayern (bndb). "Die Menschen mit Diabetes erhalten eine individuell angepasste Therapie und die tägliche Arbeit des Diabetologen wird effizienter."