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Presseinformation vom 03.01.2020

Niederlassungsmöglichkeiten für Ärzte und Psychotherapeuten in Bayern werden erweitert

München, 3. Januar 2020: Neue Perspektiven für Ärzte und Psychotherapeuten in Bayern: Nach der nun in Bayern umgesetzten, auf bundesweiten Vorgaben beruhenden Reform der Bedarfsplanung gibt es in Bayern insgesamt 144 neue Niederlassungsmöglichkeiten für Hausärzte, 206,5 für Fachärzte und 117 für Psychotherapeuten. Das teilte der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) heute in München mit.

Die Bedarfsplanung legt fest, wie viele Hausärzte, Fachärzte oder Psychotherapeuten sich in einem bestimmten Gebiet – dem sogenannten Planungsbereich – niederlassen dürfen. Der Gesetzgeber hatte eine Neuregelung veranlasst, die der Gemeinsame Bundesausschuss in Berlin im Sommer 2019 abgeschlossen hat und die bis zum Ende des Jahres in den einzelnen Bundesländern umzusetzen war. Die hierfür notwendigen Beschlüsse wurden nun für Bayern getroffen und durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege im Dezember genehmigt.

"Dank der Reform der Bedarfsplanung können sich voraussichtlich in vielen Regionen Bayerns, insbesondere auf dem Land, Möglichkeiten ergeben, die ambulante Versorgung punktuell zu verbessern“, erklärte der Vorstand der KVB – Dr. Wolfgang Krombholz, Dr. Pedro Schmelz und Dr. Claudia Ritter-Rupp. Zugleich gibt der KVB-Vorstand aber zu bedenken: "Neue Niederlassungsmöglichkeiten bedeuten nicht automatisch, dass sofort auch Ärzte und Psychotherapeuten zur Verfügung stehen, um diese zu nutzen. Wegen des zunehmenden Ärztemangels ist es eine große Herausforderung für alle Beteiligten, die neu entstehenden Sitze auch zu besetzen." Der Vorstand der KVB weist zudem darauf hin, dass die Entscheidung über die Besetzung der neuen Vertragsarztsitze nicht bei der KVB liegt. Dafür sind vielmehr die Zulassungsausschüsse in den einzelnen Regierungsbezirken zuständig. Diese sind per Gesetz unabhängig, nicht an Weisungen gebunden und besetzt mit Vertretern der Ärzte beziehungsweise Psychotherapeuten und der Krankenkassen.

Die Zahl und die räumliche Aufteilung der neuen Sitze ergeben sich aus dem Arzt-Einwohner-Verhältnis, das durch einen Morbiditätsfaktor an die jeweiligen regionalen Gegebenheiten angepasst wird. Das Ergebnis ist eine regionale Verhältniszahl, die anzeigt, wie viele Ärzte einer Arztgruppe pro Einwohner in einer Region für eine ausreichende Versorgung als erforderlich angesehen werden. Überschreitet die Anzahl die berechnete Vollversorgung um zehn Prozent, gilt der Bereich für die entsprechende Gruppe als rechnerisch überversorgt und wird für Neuzulassungen gesperrt.

Weitere Informationen:

Detaillierte und aktualisierte Angaben zu den Niederlassungsmöglichkeiten in Bayern

Informationen zur Bedarfsplanung

Aktualisierte Versorgungsatlanten für die einzelnen Arztgruppen und die Psychotherapeuten

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