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Presseinformation vom 22.11.2021

KVB-Vertreterversammlung: Fokus auf der Bewältigung der Corona-Pandemie

München, 22. November 2021: Für die Einführung einer allgemeinen COVID-19-Impfpflicht sprach sich die Vertreterversammlung (VV) der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) am Samstag in München aus. Zudem wurde die Entscheidung des Gesundheitsministeriums, künftig den BioNTech/Pfizer-Impfstoff zu rationieren, scharf kritisiert und ein Corona-Bonus für die medizinischen Fachangestellten (MFA) eingefordert. Neben der Bewältigung der Corona-Pandemie stand die Digitalisierung des Gesundheitswesens im Fokus der VV. So wurde breite Unterstützung für eine von der VV-Vorsitzenden Dr. Petra Reis-Berkowicz beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags eingebrachte Petition zu einer verpflichtenden Testphase für alle Anwendungen der Telematikinfrastruktur (TI) signalisiert. Zudem forderte die VV in einer einstimmig verabschiedeten Resolution den noch amtierenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dazu auf, die weitere Einführung der Anwendungen der Telematikinfrastruktur (TI) wie die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, die elektronische Patientenakte und das elektronische Rezept sofort zu stoppen und die Sanktionen für die Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten auszusetzen.

Der Vorstand der KVB – Dr. Wolfgang Krombholz, Dr. Pedro Schmelz und Dr. Claudia Ritter-Rupp – hatte zu Beginn ausführlich die aktuelle Situation rund um die Corona-Pandemie erläutert. So haben die Praxen in Bayern innerhalb von 8 Monaten über 7,5 Millionen Corona-Impfungen durchgeführt. Seit einigen Wochen nehmen dabei die Booster-Impfungen den größten Anteil ein und sorgen für einen wahren Run auf die Praxen der Haus- und Fachärzte, die sich an der Impfkampagne beteiligen. Der Vorstand der KVB rief die Öffentlichkeit noch einmal eindringlich dazu auf, sich jetzt impfen zu lassen. Eine allgemeine COVID-19-Impfpflicht sei unumgänglich, um die Corona-Pandemie mit vereinten Kräften endlich eindämmen zu können. Auch mit den teilweise sehr langwierigen und schweren Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus beschäftigte sich der Vorstand der KVB: So wurden im ersten Halbjahr 2021 über 67.000 Patientinnen und Patienten in den Praxen in Bayern mit dem Krankheitsbild Long-COVID behandelt. Die KVB baut für die bessere Vernetzung aller Beteiligten ein Bayerisches Long Covid Netzwerk (LoCoN Bayern) auf und beteiligt sich damit an der Förderinitiative des Freistaats Bayern.

Weitere Themen, über die der Vorstand der KVB berichtete, waren unter anderem die Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen für das Jahr 2022, das Eindringen privater Finanzinvestoren in die ambulante Gesundheitsversorgung durch die Gründung investorengetragener Medizinischer Versorgungszentren (iMVZ), über die Auswirkungen der Reform des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM), die nach wie vor nur in geringem Maße ansteigenden Zahlen bei den Anschlüssen von Praxen an die Telematikinfrastruktur (TI), die Gefährdung des Datenschutzes durch eine geplante europäische e-Evidence-Verordnung und die Versorgungssituation in den verschiedenen Regionen Bayerns. Als problematisch stellt sich hier unter anderem der notärztliche Bereich dar. Denn trotz einer inzwischen deutlich verbesserten Honorarsituation sind die Besetzungsquoten an den 229 bayerischen Notarztstandorten seit Jahren rückläufig. Im laufenden Jahr 2021 liegt diese bei knapp 96 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2017 lag die Besetzungsquote über alle Standorte hinweg noch bei über 98 Prozent. Hier macht sich ein Mangel an Nachwuchs für den Notarztdienst deutlich bemerkbar.

Berichtet wurde vom Vorstand der KVB zudem über die Ergebnisse einer Umfrage unter den psychotherapeutisch tätigen Mitgliedern der KVB. Dabei zeigte sich, dass die psychotherapeutischen Praxen im Schnitt etwa 5,5 Anfragen pro Woche erhalten. Im Regelfall können Termine dann auch innerhalb eines Monats vereinbart werden. Bei der Umfrage stach allerdings Oberfranken heraus, wo die Zahl der Anfragen mit 8 pro Woche deutlich über dem bayernweiten Schnitt lag und die Wartzeiten auf einen Termin damit auch länger sind als andernorts üblich. Gerade weil die Corona-Pandemie bei den Erwachsenen, aber in besonderem Maße bei den Kindern und Jugendlichen eine erhebliche psychische Belastung mit sich bringe, ist aus Sicht des Vorstands der KVB eine Ausschöpfung der vorhandenen Zeitkapazitäten in den psychotherapeutischen Praxen notwendig. Auch sind befristete Ermächtigungen in den Regionen, in denen ein Mangel herrscht, möglich, um weitere Praxen kurzfristig an der psychotherapeutischen Versorgung zu beteiligen.