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Statement

Ambulante Versorgung in Bayerns Praxen während der Corona-Pandemie

Statement des Vorstands der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) zur ambulanten Versorgung in Bayerns Praxen während der Corona-Pandemie im zweiten Quartal 2020
 

München, 17. August 2020

Im Mai 2020 sorgten unsere Analysen zur Inanspruchnahme der bayerischen Praxen in den ersten Wochen der Corona-Krise bundesweit für Schlagzeilen. Gerade Bayern war von Beginn an durch die Reiserückkehrer Ende Februar in besonderem Maße betroffen. Wir hatten aber auch vor den Gefahren für die Gesundheitsversorgung gerade älterer und chronisch kranker Patienten durch eine zu starke Fokussierung auf COVID-19 gewarnt.

Gemeinsam mit dem Wissenschaftlichen Beirat der KVB, dem Prof. Dr. Marion Kiechle (TU München), Prof. Dr. Joerg Hasford (LMU München), Prof. Dr. Peter L. Kolominsky-Rabas (FAU Erlangen-Nürnberg) und Prof. Dr. Volker Ulrich (Universität Bayreuth) angehören, haben wir nun die Abrechnungsfrühinformationen für das zweite Quartal des Jahres 2020 analysiert. Diese Frühinformation beinhaltet zwar nicht den abschließenden Quartalsstand, ist mit etwa 95% Datenvollständigkeit aber hinreichend statistisch belastbar, so dass wir zu den folgenden fünf Schlussfolgerungen gekommen sind:

1. Noch kein Normalzustand erreicht

Nachdem Ende März und im April 2020 erhebliche Einbrüche bei den Arztbesuchen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu verzeichnen waren (Ende März: ca. -25%; April: ca. -21%), sind diese im Mai 2020 bereits moderater ausgefallen (ca. -14%). Im Juni 2020 gab es eine weitere Erholung, welche zum Ende des zweiten Quartals 2020 nur noch geringe Unterschiede in den Arzt-Patienten-Kontakten im Vergleich zu 2019 zeigt. Das ambulante Versorgungssystem hat also – trotz der Einbrüche Ende März, im April sowie partiell auch noch im Mai – die Herausforderungen der ersten Corona-Welle bestanden.

Noch ist jedoch kein "Normalzustand" wie vor der Pandemie erreicht, aber es verdichten sich die Anzeichen einer langsamen, doch stetigen Rückkehr zum Regelbetrieb. Ermutigend ist dabei der Befund, dass die Patienten nach anfänglicher Zurückhaltung nun wieder die Arztpraxen aufsuchen. Nicht allein die Grundleistungen, sondern auch wichtige ärztliche präventive Versorgungsleistungen wie Impfungen und Früherkennung werden wieder verstärkt in Anspruch genommen. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Entwicklung im dritten Quartal fortsetzt und ob ausgebliebene Leistungen nachgeholt werden (können).

2. Ambulante Versorgung war und ist stets gewährleistet

Das ambulante Gesundheitssystem hat sich bewährt und ist leistungsfähig – auch unter den Bedingungen einer Pandemie. So waren und sind die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten während der gesamten Corona-Krise stets präsent gewesen. Ein tagesgenauer Vergleich des zweiten Quartals 2020 mit dem Vorjahresquartal zeigt sogar, dass es auch in den Hochzeiten der Pandemie nahezu keine Praxisschließungen gab und dass die Ärzte ihre Präsenz in den Ferienzeiten in einem merklichen Ausmaß ausgeweitet haben.

Auf diese Weise konnte die medizinische Versorgung auch von schwerwiegenden Erkrankungen aufrechterhalten werden. Denn vor allem Personen der sogenannten "Corona-Risikogruppe" – ältere Patienten und Patienten mit chronischen Erkrankungen – zeigten auch zum Höhepunkt der Corona-Krise im April weniger Zurückhaltung beim (haus-)ärztlichen Arztkontakt als angenommen. Im Vergleich dazu suchten jüngere Patienten sowie Patienten mit weniger schwerwiegenden Akut- und Infektionserkrankungen deutlich seltener eine Arztpraxis auf als im Vorjahreszeitraum.

3. Intensive Nutzung neuer technischer Möglichkeiten

Insbesondere auf dem Höhepunkt der Corona-Krise haben Bayerns Praxen durch eine massive Ausweitung von Videosprechstunden und telefonischen Konsultationen dafür gesorgt, dass Patienten fortlaufend versorgt werden konnten. Rund 15.000 Ärzte und Psychotherapeuten haben diese Leistungen im zweiten Quartal 2020 angeboten, die in diesem Zeitraum von über 600.000 Patienten angenommen wurden. Die Daten zeigen, dass die meisten Praxen diese Leistungen erstmals angeboten haben. Dies unterstreicht, dass die bayerischen Ärzte und Psychotherapeuten während der Pandemie sehr flexibel agieren und hierdurch die ambulante Versorgung der Patienten auch unter erschwerten Bedingungen aufrecht erhalten.

4. Ambulantes System als Corona-Schutzwall

Die Daten der KVB untermauern, dass in Bayern der größte Teil der Patienten mit einer SARS-CoV-2-Infektion ambulant versorgt wird: Die niedergelassenen Ärzte haben bis zum Ende des zweiten Quartals 2020 etwa 38.000 Patienten als nachgewiesene COVID-19 Fälle behandelt. Bezogen auf die rund 48.000 gemeldeten Coronavirusinfektionen vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (Stand: 30.06.2020) entspricht dies mit annähernd 80% einem außerordentlich hohen Anteilswert. Die Differenz erklärt sich beispielweise durch ausschließlich stationäre Behandlung, PKV-Zugehörigkeit etc.

Wichtig ist, dass die niedergelassenen Ärzte zahlreiche weitere Patienten versorgen, die zwar keine bestätigte SARS-CoV-2-Infektion aufweisen, bei denen aber eine ärztliche Abklärung einer COVID-19-Erkrankung erfolgt bzw. erfolgen muss. Hierunter fallen dokumentierte Coronavirus-Verdachtsfälle oder auch Personen mit Krankheitszeichen analog einer COVID-19-Symptomatik laut RKI-Definition. Insgesamt wurden in Bayern bis Ende des zweiten Quartals 2020 deutlich mehr als 500.000 Patienten in einem Zusammenhang mit einer möglichen Coronavirusinfektion behandelt.

Diese Behandlungen dürften in der Regel mit einem stark erhöhten zeitlichen Aufwand sowie gesteigerten Kosten für die niedergelassenen Ärzte verbunden sein, da hier vielfältige Vorkehrungen zur Gewährleistung der Sicherheit der Patienten sowie des medizinischen Personals getroffen werden müssen (beispielsweise besondere Infektions-Sprechstunden, Beschaffung und Tragen der Schutzausrüstung etc.).

5. Weitere Analysen sinnvoll und notwendig

Vorstand und wissenschaftlicher Beirat der KVB sprechen sich für weitergehende Untersuchungen der Auswirkungen der Corona-Krise auf die ambulante medizinische Versorgung in Bayern aus. Demgemäß sind detailliertere und tiefergehende Analysen derzeit in Bearbeitung. Es ist geplant, die entsprechenden Ergebnisse sowie das dazugehörige Zahlenmaterial in weiteren Veröffentlichungen darzulegen.

FAZIT

Die ambulante medizinische Versorgung der Bevölkerung war in Bayern auch im zweiten Quartal 2020 voll gewährleistet. Nach wie vor bestand auf Grund der Corona-Pandemie unter den Patienten eine große Zurückhaltung in Bezug auf Praxisbesuche. Eine Rückkehr zum Regelbetrieb in den Praxen war Ende Juni zwar noch nicht erreicht, aber es gibt Anzeichen für eine allmähliche Entspannung der Situation.

Besonders hervorzuheben ist, dass die bayerische Ärzteschaft weit umfassender in die Bewältigung der Corona-Krise eingebunden war und ist, als es die ausschließliche Anzahl der bestätigten COVID-19-Infektionen erahnen lässt.

 

 

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