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Positionspapier

Revitalisierung der ambulanten Versorgung in Bayern

Eine Stellungnahme des KVB-Vorstands

München, 18. Mai 2020

Einführung: Seit 16. März 2020 gilt inzwischen im Zuge der Corona-Krise der Katastrophenfall in Bayern. In dessen Folge wurden durch die Bayerische Staatsregierung zahlreiche Beschränkungen des täglichen Lebens verhängt und die Verantwortung für die Steuerung der medizinischen Maßnahmen in Bezug auf COVID-19 an die Landräte beziehungsweise Oberbürgermeister übertragen. Parallel dazu lief die Regelversorgung der Patienten durch niedergelassene Haus- und Fachärzte sowie Psychotherapeuten allerdings ebenfalls weiter. In diesem Positionspapier werden Thesen auf der Basis erster Analysen zur Inanspruchnahme der Praxen während der Corona-Krise dargestellt und daraus Rückschlüsse für eine dringend notwendige Revitalisierung der ambulanten Versorgung in Bayern gezogen.

These 1: Die Verunsicherung in der Bevölkerung hat zu einem massiven Rückgang der Arzt-Patienten-Kontakte geführt.
Wie eine Analyse der Frühinformation der Abrechnungsdaten der bayerischen Praxen zeigt, ist die Zahl der Behandlungsfälle nach Ausrufung des Katastrophenfalls in Bayern Mitte März massiv zurückgegangen. So ist bei den Hausärzten ein Rückgang der abgerechneten Grundleistungen um knapp ein Drittel gegenüber dem Vorjahreszeitraum und beim Thema Früherkennung sogar um 80 Prozent feststellbar. Während bei den Hausärzten wohl noch eine gewisse Kompensation über telefonische Kontakte und Videosprechstunden möglich zu sein scheint, ist die Situation bei den Fachärzten noch kritischer zu bewerten. So ist beispielsweise bei den Augenärzten ein Rückgang der abgerechneten Grundleistungen um zwei Drittel gegenüber dem Vorjahreszeitraum festzustellen. Auch andere Leistungsbereiche aus dem augenärztlichen Spektrum, wie etwa ambulante Operationen, sind in dieser Größenordnung rückläufig.

Ein zweites Beispiel aus dem fachärztlichen Bereich: Bei den Frauenärzten ist in den letzten beiden Märzwochen ein Rückgang in fast allen Leistungsbereichen um 50 Prozent erkennbar. Ausnahme ist lediglich die Mutterschaftsvorsorge, die nur geringfügig weniger in Anspruch genommen worden ist als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Obwohl viele Menschen durch die Pandemie-Situation unter erhöhten psychischen Belastungen leiden, sind auch die Behandlungszahlen bei den ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten rückläufig. Bei diesen betrug der Rückgang der abgerechneten Patientenkontakte in den letzten beiden Märzwochen rund 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Man kann also bereits für den Monat März 2020 feststellen, dass je nach Fachgruppe von Einbrüchen bei den Behandlungszahlen zwischen 25 Prozent und 70 Prozent auszugehen ist. Auch wenn noch keine entsprechenden Daten vorliegen, ist zu erwarten, dass sich dieser Trend in den Monaten April und Mai verstetigen wird.

These 2: Trotz der Corona-Krise – die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten sind für ihre Patienten da.
Insbesondere aus der Kommunalpolitik war vereinzelt der Vorwurf zu vernehmen, die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten stünden während der Corona-Krise nicht in ausreichendem Maße für ihre Patienten zur Verfügung. Diesen Vorwurf können wir mit den Daten aus der Frühinformation der Abrechnung klar entkräften. So zeigt sich, dass es in Bezug auf die Zahl der Praxen, die im März 2020 Leistungen bei der KVB zur Abrechnung gebracht haben, bei den Hausärzten und Psychotherapeuten praktisch keinen Unterschied zum Vorjahreszeitraum gab. Lediglich bei speziellen fachärztlichen Gruppen wie den Chirurgen oder den Anästhesisten war ein erkennbarer Rückgang der Zahl der Praxen, die im März Leistungen erbracht und abgerechnet haben, zu verzeichnen. Das ist auch kein Wunder, da es ja die politische Handlungsanweisung gab, nicht dringende medizinische Eingriffe besser zu verschieben.

These 3: In der Vorsorge und gerade bei vulnerablen Patientengruppen kann die Vermeidung von Praxisbesuchen besonders negative Folgen haben.
Ein signifikantes Beispiel für diese These ist der Rückgang der Arzt-Patienten-Kontakte bei Patienten im Alter von über 60 Jahren, bei denen eine Herzinsuffizienz diagnostiziert wurde und die deshalb regelmäßig ihren Hausarzt beziehungsweise Kardiologen aufsuchen. Während in den ersten beiden Monaten des Jahres 2020 eine praktisch identische Inanspruchnahme wie im Vorjahr festzustellen war, liegt der Rückgang der Kontakte Ende März 2020 bei rund 30 Prozent. Nachdem sich der Gesundheitszustand im Allgemeinen nicht wesentlich gebessert haben dürfte, scheuen diese besonders gefährdeten Patienten offensichtlich den Gang in die Arztpraxis, was negative Folgen für den Verlauf ihrer Erkrankung haben kann. Weitere Beispiele für diese These wären unter anderem der deutlich feststellbare Rückgang in allen Bereichen der Vorsorge, Früherkennung und Prävention. Bei Kindern und Jugendlichen geht z.B. die Teilnahme an U-Untersuchungen zurück, außerdem sinkt die Zahl der Impfungen.

Fazit: Wie unsere Analysen gezeigt haben, standen und stehen die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten ihren Patienten auch während der Corona-Krise umfassend zur Verfügung. Die Zahl der Praxen, die wegen Quarantäne oder mangelnder Schutzausrüstung vorübergehend geschlossen waren, war nicht so hoch, dass dadurch die Versorgung beeinträchtigt worden wäre. Trotzdem ist die Inanspruchnahme von Leistungen durch die Patienten stark rückläufig. Dies birgt mehrere Gefahren: Krankheiten können verschleppt, gravierende Krankheitsanzeichen übersehen und längerfristige Schäden verursacht werden.

Forderung: Vorfahrt für die Regelversorgung
Bei allem Verständnis für die derzeitige Fokussierung auf die Diagnostik und Therapie von COVID-19-Patienten ist es höchste Zeit, die Regelversorgung der Patienten wiederzubeleben. Die Sicherstellung der ambulanten Versorgung in Bayern war und ist zu jedem Zeitpunkt durch die Praxen der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten sowie die KVB gewährleistet. Es gibt keinen Grund, notwendige medizinische Untersuchungen zu verschieben oder den Gang zum Arzt auf Grund der Sorge vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu verschieben. An die Patientinnen und Patienten in Bayern möchten wir die dringende Bitte richten, zum Wohle ihrer eigenen Gesundheit keine notwendigen Arztbesuche aufgrund der Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus aufzuschieben. Die Praxen sind mit Schutzausrüstung ausgestattet und stehen für die Regelversorgung ihrer Patienten wie gewohnt zur Verfügung.

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