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Presseinformation vom 24.06.2021

KVB-Vertreterversammlung: Mehr Anerkennung für das große Engagement in der Pandemie gefordert

München, 24. Juni 2021: Mehr Anerkennung für die enormen Leistungen der Praxen der niedergelassenen Haus- und Fachärzte sowie Psychotherapeuten in der Corona-Pandemie forderte gestern in München die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB). So wurden in der VV unter Vorsitz von Dr. Petra Reis-Berkowicz mehrere Anträge mit großer Mehrheit verabschiedet, die eine substantielle finanzielle Unterstützung durch den Staat forderten. Dazu gehörten neben einem Bonus für die Leistungen der Medizinischen Fachangestellten (MFA) auch eine bessere Honorierung der Impfleistungen in der Praxis sowie der Ausstellung eines digitalen Impfzertifikats. Weiteres bestimmendes Thema in der VV war die Digitalisierung im Gesundheitswesen und insbesondere die Telematik-Infrastruktur. So forderte die VV unter anderem, dass es keine Sanktionen für Praxen geben dürfe, die am 1. Juli 2021 aus technischen Gründen noch nicht die elektronische Patientenakte befüllen können.

Der Vorstand der KVB – Dr. Wolfgang Krombholz, Dr. Pedro Schmelz und Dr. Claudia Ritter-Rupp – hatte zu Beginn ausführlich die aktuelle Situation rund um die Corona-Pandemie erläutert. So haben die Praxen in Bayern innerhalb von 12 Wochen fast 3,8 Millionen Corona-Impfungen durchgeführt und sich zur tragenden Säule in der Impfkampagne entwickelt. Nach wie vor sorgten allerdings bürokratische Belastungen, die vergleichsweise geringe Honorierung sowie vor allem die Knappheit an verfügbaren Impfstoffen für erheblichen Unmut bei den Ärztinnen und Ärzten, die sich an der Impfkampagne aktiv beteiligen. In diesem Zusammenhang sei es absolut kontraproduktiv, wenn vereinzelt von Landräten jetzt Kritik an dem Engagement der impfenden Praxen geübt werde. Wichtig ist aus Sicht des Vorstands der KVB kein kleinteiliger regionaler Vergleich, sondern lediglich, dass der Gesamtfortschritt der Impfkampagne gefördert und allen Impfwilligen möglichst bald ein entsprechendes Angebot gemacht werden kann.

Ein großes Ärgernis für die Vertragsärzteschaft stellt eine vom Bundesgesundheitsministerium geplante neue Coronavirus-Testverordnung dar, die den Kassenärztlichen Vereinigungen umfassende Prüfpflichten bei den – in Bayern rund 6.000 registrierten – Testzentren auferlegen soll. Der Vorstand der KVB stellte unmissverständlich klar, dass detaillierte Prüfungen des Betriebs der Testzentren durch die KVB rechtlich nicht möglich sind und aus Kapazitätsgründen auch nicht umgesetzt werden können. Kerngeschäft der KVB ist die Sicherstellung der ambulanten Versorgung und diese war und ist auch während der Corona-Pandemie gewährleistet. Wie Statistiken zeigen, waren die Praxen auch in den Hochphasen der Pandemie für die Patienten zugänglich und der ambulante Bereich hat damit dafür gesorgt, dass die Kliniken sich auf die besonders schweren Krankheitsverläufe konzentrieren können. Auch mit den gesundheitlichen und psychischen Spätfolgen einer Corona-Infektion, dem sogenannten Long-Covid-Syndrom, hat man sich in der KVB bereits beschäftigt und ein Projekt unter wissenschaftlicher Begleitung dazu aufgesetzt. Gemäß der codierten Diagnoseziffern wurden bislang rund 32.000 Patienten mit einem Long-Covid-Syndrom in den Praxen in Bayern behandelt.

Weitere Schwerpunktthemen des Vorstands der KVB waren unter anderem die Digitalisierung des ambulanten Gesundheitssystems sowie der zunehmende Einfluss von Finanzinvestoren in den medizinischen Versorgungszentren (MVZ). Finanzstarke Investoren zahlten aktuell hohe Beträge, um Vertragsarztsitze zu erwerben und diese in bestehende MVZ zu integrieren oder ein neues MVZ aufzubauen. Auch mit Hilfe externer Gutachten will der Vor-stand der KVB die Problematik aufklären und Lösungsvorschläge erarbeiten, wie insbesondere eine Dominanz der Finanzinteressen verhindert und die Freiberuflichkeit gestärkt werden kann. In Bezug auf die Digitalisierung übte der Vorstand der KVB Kritik an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der sich nicht davon abbringen lasse, mit Sanktionen und Drohungen IT-Anwendungen in den Praxen durchdrücken zu wollen. Dies führe zu erheblichem Unmut bei den Ärzten und Psychotherapeuten, zumal die notwendigen technischen Komponenten nur in begrenztem Maße erhältlich seien. Auch die vom Gesetzgeber präferierten digitalen Gesundheitsanwendungen, wie etwa Gesundheits-Apps, erfreuen sich in den Praxen wenig Beliebtheit. Aus Sicht des Vorstands können die Anbieter der Apps derzeit "Mondpreise" verlangen, auch wenn die Wirksamkeit der einzelnen App nicht einmal nachgewiesen sein muss.

Der Vorstand der KVB informierte zudem über die in Bayern nach wie vor mangelhafte Vergütung im Notarztdienst im Vergleich zu anderen Bundesländern, über Änderungen des Honorar-Verteilungsmaßstabs, über die Bereinigung extrabudgetärer Leistungen laut Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) sowie über die vom Gesetzgeber geplante Aufhebung des Antrags- und Gutachterverfahrens in der ambulanten Psychotherapie, die nur eines von zahlreichen Beispielen für Angriffe auf die Psychotherapie sei und die der Vorstand der KVB deutlich verurteilte.